Nichtfinanzieller Konzernbericht

Für Koenig & Bauer hat Verantwortung einen besonders hohen Stellenwert und ist fest in den Unternehmenswerten verankert. Seit unserer Unternehmensgründung vor über 200 Jahren kommen wir unserer Verantwortung für unsere Mitarbeitenden nach. Neben der Investition in die eigene Zukunft sehen wir unser starkes Bekenntnis zur betrieblichen Ausbildung auch als Teil unserer unternehmerischen Verantwortung für die Gesellschaft. Durch unsere vielfältigen Initiativen für emissionsreduzierte und ressourcenschonende Produkte sowie Produktionsprozesse engagieren wir uns für die Erhaltung und Schonung der Umwelt. Unsere Kund:innen in aller Welt wollen wir als Sustainability Enabler bei ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten unterstützen. Gesellschaftliche Verantwortung und das große ehrenamtliche Engagement von Mitarbeitenden sind ebenfalls ein Teil der Unternehmensidentität von Koenig & Bauer. Integres Verhalten bei unseren geschäftlichen Aktivitäten und die Achtung der Menschenrechte sind Kernelemente unserer Unternehmensführung. Mit unseren Nachhaltigkeitszielen wollen wir unserer sozialen, ökologischen, gesellschaftlichen und ethischen Verantwortung gerecht werden und unser Unternehmen strategisch voranbringen.

Eine der drei Säulen unserer Konzernstrategie „Exceeding Print“ ist Nachhaltigkeit mit vielfältigen Aktivitäten in den Bereichen Environment, Social und Governance (ESG). In unseren Produktionswerken streben wir bis 2025 die Senkung der CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) um 75 % gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 und ab 2030 die CO2-Neutralität an. Zusätzlich steht die Reduzierung unserer Scope 3-CO2-Emissionen auf unserer Agenda. Ein weiteres Ziel unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten ist, die Gesundheit unserer Beschäftigten zu fördern, arbeitsbedingten Gefährdungen vorzubeugen und die Zahl der Arbeitsunfälle so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich wollen wir die Diversität hinsichtlich Gender, Alter, Internationalität und Erfahrungshintergrund weiter steigern. In Ergänzung zur Vielfalt als Teil unserer Unternehmenskultur wollen wir mit verschiedenen Aktivitäten Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen. Und schließlich engagieren wir uns mit der Integration der Nachhaltigkeit in den Beschaffungsprozess und dem Nachkommen umfassender Sorgfaltspflichten für die Achtung von Menschenrechten und die Erhaltung und Schonung der Umwelt in unserer Lieferkette.

Als Teilnehmer im UN Global Compact unterstützt Koenig & Bauer aktiv die Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die den Rahmen für nachhaltiges Wirtschaften auf ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Ebene setzen. Der UN Global Compact ist die weltweit größte Nachhaltigkeitsinitiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die Teilnehmer haben sich dazu verpflichtet, die zehn Prinzipien des UN Global Compact im Bereich der Menschenrechte, Arbeitsnormen, des Umweltschutzes und der Korruptionsbekämpfung zu unterstützen und die 17 SDGs im Rahmen des jeweiligen Einflussbereichs zu fördern sowie jährlich über die erzielten Fortschritte zu berichten. Koenig & Bauer hat sieben dieser SDGs als Schwerpunkte identifiziert und mit strategischen Nachhaltigkeitsinitiativen hinterlegt. Insbesondere stehen die SDGs 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, 4 „Hochwertige Bildung“, 5 „Geschlechtergleichheit“, 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“, 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ sowie 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ im Fokus der vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten der Unternehmensgruppe. In diesen Zielen sehen wir unseren Einfluss- und Wirkungsbereich.

Weiter sind wir Partner der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence. Die VDMA-Initiative zielt darauf ab, Nachhaltigkeit im Maschinen- und Anlagenbau zu fördern, aber auch nachhaltige Lösungen der Branche bekannt zu machen. Weiter ist Koenig & Bauer Mitglied der Healthy Printing Initiative, die die Umsetzung des Design-Konzepts Cradle-to-Cradle in der Druckindustrie vorantreiben will. Entsprechend ist die Zielsetzung, den Einsatz umweltfreundlicher Bedruckstoffe, Farben, Lacke und Hilfsmittel beim Druck von Papier-, Wellpappe- und Kartonprodukten, Kunststoffen und anderen Substraten zu fördern und schließlich effiziente Recyclingsysteme zu ermöglichen. Als Mitglied der 4evergreen-Allianz haben wir uns mit Papier-, Faltschachtel- und Kartonherstellern, Markeninhabern und Händlern, Technologie- und Materiallieferanten sowie mit der Sammel-, Sortier- und Recyclingbranche vernetzt. Die Allianz will die Vorteile von faserbasierten Verpackungsmaterialien als alternative Lösungen stärker kommunizieren und bis 2030 eine Recyclingquote von 90 % für faserbasierte Verpackungen erreichen. Und schließlich arbeiten wir als Mitglied der Initiative Holy Grail 2.0 mit, eine gemeinsame Lösung für intelligentes Verpackungsrecycling zu finden. Digitale Wasserzeichen in Briefmarkengröße, die auf die Oberfläche von Verpackungen gedruckt werden können, sind mit ihrer Funktion als digitaler Recyclingpass ein vielversprechender Ansatz für eine effiziente Kreislaufwirtschaft. Auf regionaler Ebene sind wir Mitglied im Green Network der Würzburg AG, das lokale Firmen beim Thema Nachhaltigkeit vernetzen will.

Gewählte Offenlegungsvariante

Die Aufstellung des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts erfolgte in Übereinstimmung mit den §§ 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden die „EU-Taxonomieverordnung“) und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit der im Abschnitt „Angaben zur EU-Taxonomie“ des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts dargestellten Auslegung der in der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffen. Verweise auf Angaben außerhalb des nichtfinanziellen Konzernberichts sind weiterführende Informationen und daher nicht Berichtsbestandteil. Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht wird außerhalb des zusammengefassten Lageberichts veröffentlicht. Im Bundesanzeiger werden die beiden separaten Berichte mit dem Bestätigungs- und Prüfungsvermerk offengelegt. Sie sind ebenfalls auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.koenig-bauer.com/de/investor-relations/finanzberichte/ veröffentlicht.

Geschäftsmodell, Bericht zu den nichtfinanziellen
Risiken und Wesentlichkeitsanalyse

Das Geschäftsmodell der Koenig & Bauer-Gruppe wird im zusammengefassten Lagebericht (siehe die Seite 18 im Geschäftsbericht 2024) dargestellt. Bezogen auf das Thema Nachhaltigkeit wollen wir als Lösungsanbieter und Technologiepartner unsere Kund:innen bei der Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks unterstützen. Verschiedene von uns entwickelte Eco-Komponenten bzw. innovative technische Lösungen tragen über die Senkung der Energieverbräuche, Makulatur und anderer Ressourcen wie Farben und Lacke zur CO2-Reduzierung bei. Bei Neu- und Weiterentwicklungen beziehen wir Nachhaltigkeitsaspekte nach Möglichkeit in den Prozess ein. Mit detaillierten Nachhaltigkeits-Steckbriefen stellen wir verschiedene Eco-Komponenten bzw. innovative technische Lösungen zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz dar. Aufgrund des zunehmenden Kundeninteresses an einer CO2-neutral hergestellten Druckmaschine, bei der die bei der Produktion entstehenden CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte neutralisiert werden, haben wir in Zusammenarbeit mit Partnern Algorithmen und Software-Lösungen zur individuellen Errechnung des Product Carbon Footprints (PCF) erarbeitet. Mit dem Product Carbon Footprint Calculator des Münchner Start-ups Telusio können wir automatisierte PCF-Berechnungen für unsere Rapida-Mittelformatmaschinen in hoher Qualität, Aktualität und Transparenz vornehmen.

Das Thema Nachhaltigkeit einschließlich der nichtfinanziellen Berichterstattung über die gesetzlich vorgegebenen Themenschwerpunkte liegt bei Koenig & Bauer grundsätzlich in der Verantwortung des Vorstands. Nach dem Geschäftsverteilungsplan des Vorstands ist der Vorstandsvorsitzende für Corporate Responsibility (ESG) und damit für alle berichteten nichtfinanziellen Aspekte zuständig. Organisatorisch ist die im Verantwortungsbereich des Vorstandsvorsitzenden angesiedelte Stabsstelle Corporate Responsibility für das Thema Nachhaltigkeit zuständig. Individuelle ESG-Ziele für das Geschäftsjahr 2024 sind im Rahmen des Short-Term-Incentives (STI) eine Vergütungskomponente des Vorstands, siehe dazu die Ausführungen im Vergütungsbericht auf den Seiten 129 ff. im Geschäftsbericht 2024. Im Aufsichtsrat ist der Prüfungsausschuss für die Thematik Nachhaltigkeit/ESG zuständig. Im Hinblick auf die neuen regulatorischen ESG-Anforderungen insbesondere aus der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und European Sustainability Reporting Standards (ESRS) wurde der Prüfungsausschuss regelmäßig über den Umsetzungsstatus im Konzern informiert. Nach den regelmäßigen Updates des Prüfungsausschusses über die ESG- Regulatorik und -Aktivitäten hat die Prüfungsausschuss-Vorsitzende dem gesamten Aufsichtsratsgremium über die besprochenen ESG-Themen berichtet. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen seiner gesetzlichen Überwachungspflicht die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Prüfung dieses gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts zur Erlangung begrenzter Sicherheit beauftragt (siehe dazu den Prüfungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers auf den Seiten 189 ff. des Geschäftsberichts 2024). 

Wesentlichkeitsanalysen sind die Grundlage für die Festlegung der Schwerpunktthemen des nichtfinanziellen Konzernberichts. Entsprechend des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (§§ 315c/289c HGB) wird in Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Bestechung und Korruption gegliedert. Die festgelegten Berichtsthemen basieren auf der 2022 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse in Anlehnung an den Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI) in der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Fassung. Innerhalb dieser fünf Aspekte gemäß HGB wurde in einem ersten Schritt eine Liste möglicher nichtfinanzieller Themen zusammengestellt, die für die Kund:innen, Mitarbeitenden, Anleger:innen und andere Geschäftspartner:innen besonders relevant sein könnten. Auf Basis dieser Longlist haben wir zunächst in internen Workshops und im Weiteren bei einer Online-Befragung von externen und internen Stakeholdern die für unsere Geschäftstätigkeit, Geschäftsbeziehungen, Produkte und Dienstleistungen wesentlichen nichtfinanziellen Sachverhalte innerhalb der fünf Aspekte gemäß HGB festgelegt. In die Shortlist wurden alle Sachverhalte aufgenommen, die bei der Bewertung der Wesentlichkeit für den jeweiligen Hauptaspekt und der Geschäftsrelevanz nach einer Skala von 0 (nicht wesentlich bzw. relevant) bis 10 (sehr wesentlich bzw. relevant) einen Durchschnittswert von mindestens 5 hatten. Dabei haben wir uns an den Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI) in der jeweils aktuellen Fassung angelehnt. Die intern Befragten waren Führungskräfte und Expert:innen aus den Bereichen Betriebsleitung, Produktion, Service, Personalmanagement, Personalentwicklung, Qualitätsmanagement, Produktmanagement und Innovation, Konstruktion, Development & Process Technology, Arbeitssicherheit/Gesundheit/Umwelt, Facility Management, Compliance & Interne Revision & Risikomanagement, Corporate Strategy, Business/Corporate Development, Marketing und Kommunikation. Konzernübergreifend waren alle Business Units sowie insbesondere Arbeitnehmervertreter:innen beteiligt. Neben Branchenvertreter:innen aus anderen Zulieferindustrien wurden auf Seiten der externen Stakeholder insbesondere Kund:innen und Markenartiklern als deren Abnehmer:innen, Banken, Wissenschaftsvertreter:innen sowie Studierende befragt. In der nachfolgenden Wesentlichkeitsmatrix sind die Ergebnisse zusammengefasst:


Über die in dieser Wesentlichkeitsmatrix dargestellten Sachverhalte und Themen soll analog zu den beiden Vorjahren auch im nichtfinanziellen Konzernbericht 2024 berichtet werden. Entscheidend dafür war, dass die umfassende doppelte Wesentlichkeitsanalyse, die im Sommer 2023 gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bzw. der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) durchgeführt wurde, die im Rahmen der letztmalig im Jahr 2022 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse (in Anlehnung an die GRI) identifizierten Themen bestätigt. Aufgrund der deutlich abweichenden Methodik wurden in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse noch zusätzliche Themen als wesentlich eingestuft. Nachdem die Umsetzung der CSRD in deutsches Recht bis zum Aufstellungszeitpunkt dieses Berichts im März 2025 nicht erfolgt ist, wurde dieser gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht nach der geltenden Regulatorik (siehe obiges Kapital Gewählte Offenlegungsvariante) erstellt. Ein Rahmenwerk wurde im Berichtsjahr nicht verwendet. Es ist davon auszugehen, dass die Berichterstattung ab dem Geschäftsjahr 2025 in Übereinstimmung mit den ESRS erfolgen wird.

Bezogen auf die konsolidierten Konzerngesellschaften wird in den nachfolgenden Abschnitten über folgende wesentliche nichtfinanzielle Sachverhalte berichtet: Unter Umweltbelange sind das die Themen betriebliches Umwelt- und Energiemanagement sowie ökologische Drucktechnik. Neben der Attraktivität als Arbeitgeber und der Diversität gehören die Gewinnung und professionelle Qualifizierung des Fach- und Führungskräftenachwuchses, die systematische Personalentwicklung sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz zu den wesentlichen Berichtsthemen unter dem Aspekt Arbeitnehmerbelange. Unter Sozialbelange wurden gesellschaftliches Engagement und hohe Produktqualität für mehr Arbeits- und Prozesssicherheit im Druckbetrieb als wesentlich bewertet. Anschließend wird auf die Aspekte Bekenntnis zu den Menschenrechten und zu hohen Arbeitsstandards sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung eingegangen.

Im Rahmen der Ende 2024 durchgeführten Risikoinventur wurden keine wesentlichen, berichtspflichtigen nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die aus der eigenen Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, den Produkten oder Dienstleistungen resultieren und sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die genannten nichtfinanziellen Aspekte haben werden. Risiken, die von außen auf das Unternehmen einwirken, werden im zusammengefassten Lagebericht im Rahmen des Risikoberichts dargestellt (siehe die Seiten 43 ff. im Geschäftsbericht 2024).

Umweltbelange

Bei Koenig & Bauer werden Umweltaspekte und die Einhaltung hoher Qualitäts- sowie Sicherheitsstandards über die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktidee, dem Einkauf bis zur Produktion und Inbetriebnahme der Maschinen im Rahmen der Möglichkeiten berücksichtigt. Schon in der Entwicklung und Konstruktion wird auf die Energie- und Ressourceneffizienz bei der Herstellung und beim Betrieb der Druckmaschinen und Weiterverarbeitungsanlagen geachtet. Neben den CO2-Emissionen stehen die Minimierung der Lärm-, Staub- sowie Geruchsemissionen in der Produktion und bei den Produktanwendern sowie der Einsatz umweltschonender Substrate und Verbrauchsmaterialien bei den Druck-, Veredelungs- und Weiterverarbeitungsprozessen im Fokus. Für die beiden Themenkomplexe betriebliches Umwelt- und Energiemanagement sowie ökologische Drucktechnik für die Kund:innen gibt es unterschiedliche Managementansätze.

Betriebliches Umwelt- und Energiemanagement

Wirksamer Umwelt- und Klimaschutz in den Werken sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sind für Koenig & Bauer zentrale Anliegen. Die Produktionswerke in Radebeul, Würzburg und Dobruška verfügen über die Qualitäts- und Umwelt-Zertifizierungen DIN EN ISO 9001:2015 und DIN EN ISO 14001:2015. Zusätzlich betreibt der Gießereibetrieb in Würzburg ein Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001:2018. Bei der Produktionsgesellschaft Industrial an den Standorten Würzburg und Radebeul wurde im Berichtsjahr die Stufe I der Zertifizierung nach der DIN EN ISO 50001:2018 erreicht. Die Stufe II soll im Frühjahr 2025 abgeschlossen werden. Für die Schaffung der erforderlichen Transparenz als Basis für die Ableitung von Energieeinsparmaßnahmen wird das von Koenig & Bauer entwickelte Energiemanagementsystem VisuEnergy X genutzt (siehe dazu die Ausführungen auf der Seite 149 des nichtfinanziellen Konzernberichts 2024)

Ein permanenter Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist die Minimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs in der Produktion sowie der Emissionen an den Arbeitsplätzen. Hierzu investieren wir konsequent in effiziente Technologien und Anlagen. Durch den im Berichtsjahr gestarteten Einsatz von Transporthilfsmitteln in der Lackiererei kann der Verbrauch von VCI- und Blisterfolien zum Verpacken von Bauteilen reduziert werden. Mit einer neuen Lackgeneration lässt sich die VOC-Belastung durch Lösungsmittel und Härter in der Lackiererei in Würzburg etwa halbieren. Darüber hinaus werden die Mitarbeitenden über den auf unseren Social Media-Kanälen eingesetzten Markenbotschafter Etti für Umweltthemen und Energieeinsparung sensibilisiert. Bei einem Nachhaltigkeitstipp im November 2024 wurden der Belegschaft im Intranet praktische Tipps für das Energiesparen im Büro und in den Hallen gegeben.

Im Hinblick auf unsere ökologische Verantwortung wollen wir das ausgegebene Ziel der CO₂-Neutralität bis 2030 in unseren Produktionswerken proaktiv vorantreiben und erreichen. Zusätzlich zu den finanziellen Kennzahlen und ROI-Berechnungen im Vorfeld von Investitionsentscheidungen enthält die Konzern-Rahmenrichtlinie für Investitionen ein obligatorisches Monitoring der Nachhaltigkeitsauswirkungen der Investitionen. Neben der verpflichtenden Bewertung aller Investitionen im Konzern mit einem Umwelt-Score-Tool durch den Investitions-Antragsteller ist zudem ab einem Investitionsvolumen von ≥ 20 T€ die Information der Abteilung Corporate Responsibility über die Nachhaltigkeits-Auswirkung per Investitionsantrag erforderlich. Mit dem im Intranet mit einem Anleitungs- und FAQ-Dokument zur Verfügung gestellten Umwelt-Score-Tool können Investitionsvorhaben konzernweit standardisiert, vergleichbar und effizient hinsichtlich ihres Beitrags zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bewertet werden. Der mit dem Tool zu berechnende Umwelt-Score ist der Investitionsbetrag in T€ je insgesamt eingesparter t CO₂. Neben dem numerischen Ergebnis des Umwelt-Scores für die betrachtete Investition erfolgt mit dem Tool noch eine Kategorisierung nach den Klassen A bis G. Bei der Klasse A sind CO₂-Einsparungen durch die Investition am höchsten bzw. der Quotient am niedrigsten. Dagegen sind Klasse G-Investitionsobjekte weniger energieeffizient in Relation zum Kapitaleinsatz. Falls wie bei Neuinvestitionen keine Energie- oder Ressourcen-Referenzwerte zur Ableitung des CO₂-Einsparpotenzials verfügbar sind, ist zumindest ein ESG-Check anhand von Soft-Facts zu den ESG-Kriterien (Environmental, Social and Governance) erforderlich. In den meisten Fällen wird aktuell von den Investitionsantragstellern ein ESG-Soft-Check eingereicht.

Mit unserem Green Energy-Konzept, das auch Energieeffizienzmaßnahmen beinhaltet, arbeiten wir an der Verbesserung der CO2-Bilanz in unseren Werken. Seit Anfang 2021 beziehen wir an den großen Konzernstandorten Würzburg und Radebeul sowie bei der Tochtergesellschaft in Löhne zu 100 % Ökostrom aus Wasserkraft aus Norwegen. Seit dem 1. September 2023 ist auch die Tochtergesellschaft in Veitshöchheim auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen umgestiegen. Neben drei Solarthermie-Anlagen zur klimaneutralen Warmwasserbereitung sind am Standort Würzburg für die Eigenstromerzeugung Photovoltaik-Anlagen in Betrieb. Weitere Photovoltaik-Anlagen produzieren in Mödling und Radebeul grünen Strom. Im Berichtszeitraum wurden 875.187 kWh Strom (Vorjahr: 930.388 kWh) mit den konzernweiten Photovoltaikanlagen erzeugt. Am Standort Radebeul konnte das Konzept für eine weitgehend CO2-neutrale Fernwärmeversorgung mittels grüner Energie nicht wie geplant umgesetzt werden. Dagegen konnte im Mödlinger Werk Ende 2023 die Wärmeversorgung von Gas auf Fernwärme aus CO2-neutralen Biomassekraftwerken durch den Anschluss an das Fernwärmenetz der Energieversorgung Niederösterreich umgestellt werden.

Neben dem Einsatz und der Eigenerzeugung von grüner Energie ist die Einsparung und Energieeffizienz in unseren Werken eine weitere wichtige Säule unseres Green Energy-Konzepts. Neben der Modernisierung und Erneuerung von Druckluftkompressoren und Klimageräten werden die Druckluftanlagen wegen ihres hohen Stromverbrauchs regelmäßig auf Leckagen geprüft, um durch eine zeitnahe Instandsetzung Energie einzusparen. Druckluft ist an nahezu allen Arbeitsplätzen und Maschinen in Fertigung und Montage notwendig. Ein weiterer Baustein zur Stromersparnis bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist die forcierte Beleuchtungsumstellung auf hocheffiziente LED-Technologie an den Standorten. Die entsprechenden Investitionen bzw. Aufwendungen sind in die taxonomiefähigen Investitions- bzw. Betriebsausgaben der Kategorie c (siehe das Kapitel mit den Angaben zur EU-Taxonomie) eingeflossen. Die Investition in den neuen Schmelzbetrieb in der Würzburger Gießerei ist im Berichtsjahr aktiviert worden. Neben der Stromeinsparung durch die neuen Gießerei-Schmelzöfen können durch die optimierte Abwärmenutzung Energie in das werksinterne Wärmenetz eingespeist sowie durch den geschlossenen Kühl-Wasserkreislauf der jährliche Wasserverbrauch im Werk Würzburg um rund 45 % gesenkt werden.

Mit Entstaubungs-, Absaugungs- und Lösemitteldestillationsanlagen sowie einer verbesserten Schalldämmung in den Produktions- und Montagehallen werden Emissionen wie Lärm, Staub und Geruch an den Arbeitsplätzen reduziert. Zuluftanlagen sorgen für temperierte Frischluft direkt am Arbeitsplatz. Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zählen wir ein nachhaltiges Abfallmanagement. Abfälle wollen wir so weit wie möglich vermeiden und nicht vermeidbare Abfälle entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ordnungsgemäß entsorgen bzw. dem Recycling zuführen. Bei der Entsorgung wird zwischen gefährlichen und ungefährlichen Abfällen sowie zwischen Verwertung und Beseitigung von Abfällen unterschieden. Die in der zerspanenden Fertigung in Würzburg anfallenden wiedereinschmelzbaren Metallabfälle sind ein wichtiger Rohstoff für den Gießereibetrieb. Mit den neuen Gießerei-Schmelzöfen ist auch eine vollständige Wiederverwertung der Nass-Gussspäne aus der Großteilbearbeitung in Würzburg über das Einschmelzen möglich. Unsere Abfallbilanz gibt detailliert Auskunft über Art und Menge der entstehenden Abfälle, die in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle klassifiziert werden.

Neben den entsprechenden Abfallmengen in Tonnen (t) gibt die nachfolgende Übersicht einen Konzern-Überblick über den Verbrauch an Strom, Erd- und Flüssiggas, Fernwärme und anderen Energiequellen in Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr. In den Vorjahresberichten wurden die Abfall- und Energiewerte nur bezogen auf die großen Werksstandorte Radebeul und Würzburg dargestellt. Im Berichtsjahr lag die Wasserentnahme in den Werken Radebeul und Würzburg bei 40.831 m3 (Vorjahr: 52.366 m3).

 

Energieverbräuche (in kWh)20232024
Strom46.350.673,043.437.194,7
Gas21.908.182,618.805.592,9
Fernwärme12.275.084,016.000.435,0
Sonstige Energiequellen1.778.488,02.735.662,0
Abfallmenge (in t)
Abfälle11.591,111.054,0

Auf Basis dieser Verbrauchswerte lagen im Konzern die Scope 1-CO2e-Emissionen im Jahr 2024 mit 6.712,0 t CO2e um 7,7 % unter dem Vorjahreswert von 7.271,7 t CO2e. Vorrangig hat die Umstellung von Erdgas auf grüne Fernwärme am österreichischen Standort Mödling dazu beigetragen. Die standortbasierten Scope 2-CO2e-Emissionen betrugen im Konzern 16.344,7 t CO2e nach 16.659,1 t CO2e im Vorjahr. Für die jeweiligen Länder liegen den standortbasierten Scope 2-CO2e-Berechnungen die Emissionsfaktoren der International Energy Agency (IEA) zugrunde. Die marktbasierten Scope 2-CO2e-Emissionen beliefen sich auf 6.909,3 t CO2e nach 6.715,9 t CO2e im Vorjahr. Trotz des um 6,3 % gesunkenen Stromverbrauchs und der Fortsetzung des Umstiegs auf erneuerbare Energiequellen für den Strom hat der witterungsbedingt höhere Fernwärmeverbrauch zu diesem Anstieg geführt.

Die Berechnung der konzernweiten Scope 3-CO2-Emissionen für das Geschäftsjahr 2024 erfolgte erneut mit externer Unterstützung. Durch die Verfügbarkeit neuer IEA-Emissionsfaktoren konnte bei Elektrizität und Gas erstmals der gesamte Lebenszyklus inklusive der vorgelagerten Wertschöpfungskette sowie Netzverluste bei der Scope 3-Bilanzierung berücksichtigt werden. Durch die Integration der ESG-Daten aus der neu implementierten Konsolidierungs-Software OneStream lagen zudem detailliertere Berechnungsgrundlagen vor. Für das Berichtsjahr ergaben sich 2.515.850 t Scope 3-CO2e-Emissionen. Der Vorjahreswert für 2023 wurde unter Einbezug der Lebenszyklusbetrachtung und einer detaillierteren Datengrundlage auf 2.840.040 t CO2e angepasst. Wie in den Vorjahren machen die Scope 3-CO2e-Emissionen den größten Teil des CO2-Fußabdrucks von Koenig & Bauer aus (2024: 99,4 %). Der stärkste Scope 3-CO2e-Emissionstreiber ist mit über 90 % die Downstream-Seite mit der Produktnutzung (Kategorie 3.11). Entsprechend hat die Senkung des Energieverbrauchs der Produkte durch die Steigerung ihrer Energieeffizienz, den Ausbau von digitalen Services zur verbesserten Maschinenauslastung und die Sensibilisierung der Kund:innen zur Umstellung auf Ökostrom eine hohe Priorität. Auf der Upstream-Seite sind die Berücksichtigung des CO2-Fußabdrucks beim Einkauf auf Materialien und der stärker klimafreundliche Transport von Materialien, fertigen Produkten und Serviceteilen weitere Hebel zur Reduktion der Scope 3-CO2-Emissionen. Auch bei den Arbeitswegen der Beschäftigten kann über gezielte Anreize zur Nutzung von Fahrgemeinschaften, Fahrrad bzw. öffentlichen Verkehrsmitteln eine Verringerung des CO2-Ausstoßes erzielt werden. Über ein nachhaltiges Travelmanagement kann ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Beschränkung der Geschäftsreisen hinsichtlich Teilnehmerzahl und auf wichtige Termine ist einer der Nachhaltigkeitshebel. Zusätzlich kann bei jeder Geschäftsreise der CO2-Fußabdruck verbessert werden durch eine gezielte Reiseplanung mit entsprechender Wahl der Verkehrsmittel.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Scope 1, 2 und Scope 3 CO₂e-Emissionen im Konzern in t und die CO₂e-Intensität in t pro eine Mio. € Umsatz. In den Vorjahresberichten wurden die Scope 1 und Scope 2-CO2e-Emissionen nur bezogen auf die großen Werksstandorte Radebeul und Würzburg dargestellt.

20232024
CO2e-Emissionen (in t)
Scope 17.271,76.712,0
Scope 2 – standortbasiert16.659,116.344,7
Scope 2 – marktbasiert6.715,96.909,3
Scope 32.840.040,02.515.850,0
CO2e-Intensität (in t pro ein Mio. € Umsatz)
Scope 15,55,3
Scope 2 – standortbasiert12,612,8
Scope 2 – marktbasiert5,15,4
Scope 32.140,51.974,1

Ökologische Drucktechnik

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sehen wir bei unseren Produkten insbesondere aufgrund ihrer Lebensdauer als wesentliche Aufgabenstellung an. Mit emissionsreduzierten bzw. ressourcenschonenden Produkten bzw. entsprechenden Ausstattungsoptionen und Services können wir uns in verschiedenen Märkten vom Wettbewerb differenzieren. Entsprechend achten wir bei der Entwicklung und Konstruktion unserer Produkte auf Energie- und Ressourceneffizienz im Herstellungsprozess und beim Betrieb der Maschinen und Anlagen. Neben der Minimierung der CO2-, Lärm-, Staub- und Geruchs-Emissionen in der Produktion und bei den Produktanwendern stehen der Einsatz umweltschonender Substrate und Verbrauchsmaterialien bei den Druck-, Veredelungs- und Weiterverarbeitungsprozessen im besonderen Fokus. In die Betrachtung der Umweltauswirkungen unserer Produkte beziehen wir auch die Recyclingfähigkeit der Anlagen mit ein. Die wesentlichen Bestandteile wie Stahl und Grauguss sind komplett recycelbar und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Zur Senkung des CO2-Ausstoßes bei der Nutzung unserer Produkte setzen wir auf energiesparende Technologien. Im Folgenden stellen wir einige der in den letzten Jahren entwickelten Eco-Komponenten bzw. innovativen technischen Lösungen zur Senkung der Energieverbräuche, Makulatur und anderer Ressourcen wie Farben und Lacke vor. Für den Trocknungsprozess als einer der energieintensivsten Bereiche in den Druckereien hat Koenig & Bauer verschiedene im Energieverbrauch sparsame Alternativen im Programm. Die von uns im Sheetfed-Bereich entwickelte VariDryBlue-Trocknung ist eine energieeffiziente Lösung. Zur Trocknung wasserbasierender Dispersionslacke wird die Heißluft zweimal über die Bleche geleitet und das Aufheizen zusätzlicher Raumluft eingespart. Mit dem neuen Doppeldüsendesign des VariDryBlue+-IR/Heißlufttrockners kann der Energiebedarf um bis zu 35 % gesenkt werden. Für die UV-Trocknung stehen mit den HR- und LED-Trocknermodulen für die Zwischen- und Endtrocknung leistungsstarke, aber im Energieverbrauch sparsamere Alternativen zu den herkömmlichen UV-Trocknern zur Verfügung. Der VariDry LED-UV-Trockner verbraucht bis zu 30 % weniger Energie im Vergleich zu herkömmlichen UV-Trocknern. Mit verschiedenen Qualitätsmess- und Regelsystemen, Inspektionssystemen, Preset-Funktionen und anderen Ausstattungsoptionen lassen sich Makulatur sparen und Rüstzeiten verkürzen. Damit lässt sich kundenseitig die Ressourceneffizienz in den Druckbetrieben erheblich steigern.

Bei den Metalldruckmaschinen der Tochtergesellschaft Koenig & Bauer MetalPrint trägt der mit dem METPACK Innovation Award ausgezeichnete HighEcon Trockner dank des energieeffizienten KXB-Brenners zu einer Einsparung der Gaskosten um bis zu 70 % im Vergleich zu älteren Versionen bei. Beim EcoTNV-Trockner wird bei der Trocknung die lösemittelgeladene Luft der thermischen Nachverbrennung (TNV) zugeführt. Generell wird bei integrierten Systemen wie den HighEcon- oder EcoTNV-Trocknern die Abluft nicht nur gereinigt, sondern auch die Wärme für den Trockner generiert. Die Lösemittel in der Abluft werden genutzt, um Energie zu sparen. So kann bei ausreichender Lösemittelkonzentration in der Abluft der Gasverbrauch gesenkt werden. Wird Gas noch durch grünen Wasserstoff ersetzt, kann der CO2 Ausstoß des gesamten Produktionsprozesses weiter reduziert werden. Koenig & Bauer hat im Berichtsjahr erste positive Ergebnisse im Entwicklungsprojekt „Wasserstoff beheizter Trockner“ präsentiert.

Im Banknotendruck haben wir bei den Intaglio-Maschinen ein System entwickelt zur CO2-Reduzierung über einen geringeren Stromverbrauch. Die Intaglio-Druckmaschinen erfordern eine Wischlösung, die vor der Verwendung vorgewärmt werden muss. Dagegen müssen einige Teile über eine Thermoregulierung gekühlt werden. Zur Einsparung von Energie und deren Wiederverwendung wurde mit einer PowerSave-Einheit eine Synergie zwischen Thermoregulation und der Bereitstellung einer vorgewärmten Wischlösung geschaffen. Durch diese Lösung in Kombination mit Druckluft können beim Betrieb der Intaglio-Druckmaschine etwa 83 kW pro Stunde eingespart werden. Zur Aushärtung der Farben während oder am Ende des Druckprozesses werden Banknotendruckmaschinen überwiegend mit UV-Lampen ausgestattet. Koenig & Bauer bietet stattdessen UV-LED an. Dadurch ist keine Luftabsaugung erforderlich und der Energieverbrauch wird um ca. 45 % pro Maschine reduziert. Zudem haben UV-LED-Lampen eine längere Lebensdauer und enthalten kein Quecksilber bzw. produzieren kein Ozon. Für eine höhere Ressourceneffizienz bei den Intagliomaschinen durch weniger Makulatur und einen bis zu 25 % geringeren Farbverbrauch bietet Koenig & Bauer weitere innovative Lösungen. Der Farbverbrauch wird über die Anpassung des Papiers an die Länge und Position der Druckplatte optimiert. Die Chablongröße, die den Farbverbrauch direkt beeinflusst, kann deutlich reduziert werden ohne Beeinträchtigung der Druckqualität. Ein weiteres Feature ermöglicht es darüber hinaus, Farbe im Druckprozess nur dort aufzubringen, wo sie benötigt wird. Dadurch kann der Farbverbrauch um weitere 25 % auf bis zu 50 % reduziert werden.

Für eine weitere Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz im Druckbetrieb und im gesamten Unternehmen bietet Koenig & Bauer den Kund:innen das Energiemanagementsystem VisuEnergy X an, das eine ganzheitliche Digitalisierung des Unternehmens ermöglicht und das Aufzeichnen von Umweltdaten und ein Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001:2018 unterstützt.

Ein weiteres Beispiel unserer aktiven Umweltpolitik sind wasserbasierte und migrationsunbedenkliche Druckfarben für Lebensmittelverpackungen. Dazu zählt die Beteiligung an erfolgreichen Praxistests bezogen auf den Einsatz von mineralölfreien, migrationsarmen Farben, die Heatset-Druckbetriebe für den Verpackungsdruck im Food-Bereich benötigen.

Arbeitnehmerbelange

Koenig & Bauer sieht eine motivierte, erfahrene, hoch qualifizierte, loyale und gesunde Belegschaft als eine wesentliche Säule für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens aufgrund des breiten Produktportfolios mit hochkomplexen, maßgeschneiderten Maschinen und Services sowie anspruchsvoller Digitaldrucktechnik an. Mit ihrem Know-how und Engagement schaffen unsere Mitarbeitenden einen nachhaltigen Mehrwert unser Unternehmen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit einem in den nächsten Jahren deutlich ansteigenden Nachfolgebedarf und der Digitalisierung als wesentliche Trends besteht aktuell die Herausforderung darin, geeignete Nachwuchskräfte zu finden und Fachkräfte mit breiter und tiefgehender Expertise in den verschiedensten Berufsbildern zu halten, zumal die Tätigkeiten in vielen Fällen eine hohe Flexibilität und Reisebereitschaft der Mitarbeitenden erfordern. Neben der Absicherung des zukünftigen Fach- und Führungskräftenachwuchses waren im Berichtsjahr die fachliche und persönliche Weiterentwicklung sowie Motivation der Beschäftigten die Schwerpunkte unserer Aktivitäten im Personalbereich. Im besonderen Fokus standen die Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und die Flexibilisierung von Arbeitsstrukturen im Zuge der Anpassung der Konzern-Governance. Trotz der veränderten Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt konnten alle offenen Ausbildungsstellen im Konzern besetzt werden. Im Wettbewerb um Talente kommen Koenig & Bauer seine internationale Ausrichtung, seine innovativen Produkte und digitalen Services, seine ausgeprägte Wertorientierung und lange Historie zugute. Mit vielfältigen Maßnahmen wie den frühen Projekteinbezug junger Fachkräfte und verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten wird die Belegschaft bei der Entfaltung ihres Leistungspotenzials unterstützt. Mit der Koenig & Bauer Academy und dem Learning-Managementsystem Koenig & Bauer Online Campus haben unsere Beschäftigten die Möglichkeit, von einem umfangreichen Bildungsangebot zu profitieren und selbstständig, bedarfsorientiert und zeitlich flexibel zu lernen.

Der respektvolle und verantwortungsbewusste Umgang miteinander sowie der Schutz vor jeglicher Diskriminierung sind Teil unserer gelebten Unternehmenskultur. Wir achten darauf, allen Mitarbeitenden gleiche Chancen zu bieten und wollen unabhängig von Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung diskriminierungsfreie Arbeitsplätze gewährleisten sowie die Inklusion fördern. Bei Koenig & Bauer gehören Menschen mit mobilen Einschränkungen seit Jahren zur Stammbelegschaft. Ebenso ist uns die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ein großes Anliegen. Bei einigen Gesellschaften an den Standorten Würzburg und Radebeul wird die im Sozialgesetzbuch geregelte Schwerbehindertenquote überschritten. So lag bei der Gießerei-Gesellschaft in Würzburg die Schwerbehindertenquote Ende 2024 bei 7,1 % (2023: 8,3 %).

Attraktiver Arbeitgeber

Koenig & Bauer bietet seinen Mitarbeitenden in Abhängigkeit von den länder- und standortspezifischen Gegebenheiten moderne Arbeitsplatzbedingungen wie beispielweise Gleitzeit, Arbeitszeitkonten und mobiles Arbeiten an. Beim mobilen Arbeiten können die dienstlichen Arbeitsleistungen von den Beschäftigten außerhalb des Betriebs mit mobilen Endgeräten erbracht werden. Die Ausgestaltung ist in Betriebsvereinbarungen geregelt. Grundsätzlich bestimmen Aufgaben, Tätigkeitsfelder und Projekte, ob und in welchem Umfang mobile Arbeit für die Mitarbeitenden realisierbar ist. In der Produktion und Montage ist kein mobiles Arbeiten möglich. Insbesondere für Mitarbeitende mit Kindern bietet die Möglichkeit des mobilen Arbeitens Vorteile bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zur Stärkung des Profils von Koenig & Bauer als attraktiver Arbeitgeber gibt es standortspezifisch verschiedene Angebote von Fahrrad-Leasing und Jobticket über eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit bis hin zu zukunftsorientierten Ausbildungsberufen und dualen Bachelorstudiengängen im Bereich IT und International Business. Zum Job-, Deutschland- und 38-€-Ticket für Auszubildende in Bayern sowie zum Fahrrad-Leasing gewährt Koenig & Bauer den Mitarbeitenden einen Zuschuss. Dazu kommen noch weitere Benefits für unsere Mitarbeitenden wie Tarifbindung bei vielen Konzerngesellschaften, eine konzernweite, interne Personalentwicklung sowie familienfreundliche Angebote.

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden die Mitarbeitenden mit speziellen Angeboten wie flexible Arbeitszeiten, vorübergehende bzw. dauerhafte Teilzeitmodelle, mobiles Arbeiten, Betreuungsangebote und Sonderurlaube wie Familienauszeit und Sabbaticals unterstützt. Der Anteil der Teilzeitkräfte im Konzern ist leicht auf 5,0 % gestiegen (Vorjahr: 4,9 %). Weiter bietet Koenig & Bauer standortspezifisch verschiedene Kinder- und Ferienbetreuungsangebote an. In den Sommerferien 2024 fand über zwei Wochen das fünfte Ferienprogramm für die Kinder von Mitarbeitenden am Standort Würzburg statt. Dieses Ferienprogramm ist als umfassendes Konzept mit zwei kompletten Betreuungswochen im bundesweiten Unternehmensleitfaden zur betrieblichen Kinderbetreuung als Praxisbeispiel für eines von vier Organisationsmodellen aufgenommen worden. Das vom Bundesfamilienministerium als bundesweit beispielgebend dargestellte Ferienbetreuungskonzept wird seit zwei Jahren auch am Radebeuler Standort umgesetzt. Zudem können die Radebeuler Beschäftigten eine neben dem Firmengelände bestehende Kindertagesstätte eines externen Trägers nutzen. Am schulfreien Buß- und Bettag fand im Werk Würzburg der schon traditionelle Kinder- und Jugendtag statt. Bereits seit 2006 ist Koenig & Bauer Mitglied im Bündnis Familie und Arbeit in der Region Würzburg.

In den Vorjahresberichten wurde bei der Berechnung der Fluktuationsrate nur die Anzahl der auf eigenen Wunsch der Beschäftigten erfolgten Personalabgänge an den großen Konzernstandorten Würzburg und Radebeul berücksichtigt. 2024 wurde die Gesamtzahl der Konzern-Beschäftigten in die Berechnung der Fluktuationsrate einbezogen, die freiwillig oder aufgrund von Ruhestand, Tod oder anderen betrieblichen Gründen im Berichtsjahr ausgeschieden sind. Die Fluktuationsrate im Konzern lag 2024 bei 7,2 % (Vorjahr: 6,7 %). An den großen Werksstandorten in Würzburg und Radebeul lag im Berichtsjahr die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 18,9 Jahren (Vorjahr: 18,6 Jahren).

Diversität

Koenig & Bauer legt einen hohen Wert auf die Vielfalt seiner Belegschaft und arbeitet im Rahmen seines Diversitätskonzeptes weiter an deren Steigerung hinsichtlich Gender, Internationalität bzw. Ethnie, Alter, Religion bzw. Weltanschauung, Erfahrungshintergrund und Qualifikationen. Gerade im Hinblick auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung wollen wir die Potenziale nutzen, die sich aus heterogenen Teams ergeben können. In Bezug auf Internationalität haben wir durch unsere zahlreichen globalen Standorte mit Beschäftigten unterschiedlichster Nationalitäten schon einen hohen Grad an Diversität erreicht. Der Standort Würzburg wurde von der Universität Konstanz als „Engagierter Ausbildungsbetrieb im Bereich Integration“ ausgezeichnet. Bezogen auf die Altersstruktur ergibt sich im Konzern folgendes Bild: Von den Gesamtbeschäftigten im Konzern sind 27,9 % unter 30 Jahre, 39,9 % zwischen 30 und 50 Jahre und 32,2 % über 50 Jahre alt (Vorjahr: 18,7 % unter 30 Jahre, 42,2 % zwischen 30 und 50 Jahre, 39,1 % über 50 Jahre). Im Hinblick auf Gender ist wie bei vielen anderen Maschinenbauunternehmen der Anteil von Frauen mit 14,7 % (2023: 15,0 %) im Konzern im Vergleich zu anderen Branchen noch relativ gering. Verschiedene Aktivitäten wie die gezielte Ansprache von Frauen über den Girls Day, Karrieremessen, Praktika und Schulbesuche zielen auf eine weitere Erhöhung des Anteils weiblicher Fachkräfte in unserem produzierenden Unternehmen ab. Zusätzlich wollen wir mit speziellen Weiterbildungs- und weiblichen Mentorenprogrammen den Frauenanteil in Führungspositionen steigern. In einem mit dem Bayerischen Unternehmensverband Metall (bayme) durchgeführten Programm führen wir weibliche Fachkräfte mit Entwicklungspotenzial an Führungsaufgaben heran. Ende 2024 lag bei der Holdinggesellschaft Koenig & Bauer AG der Anteil von Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bei 33,3 % bzw. 16,1 %. Während der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unter dem Vorstand im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt unverändert blieb, ist er in der zweiten Führungsebene unter dem Vorstand angestiegen (Vorjahr: 13,8 %).

Gewinnung und professionelle Qualifizierung unseres
Fachkräftenachwuchses

Durch die Ausbildung im eigenen Haus soll der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Montage, Inbetriebnahme, im Service und in den kaufmännischen Bereichen gedeckt werden. Das Modell der dualen Berufsausbildung hat bei Koenig & Bauer eine lange Tradition. Die firmeneigene, staatlich anerkannte Werkberufsschule in Würzburg gehört dem Kreis der Klimaschulen in Bayern an und sichert durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis die professionelle Ausbildung qualifizierter Fachkräfte. Auch im 156. Jahr ihres Bestehens ermöglicht die Werkberufsschule ein modernes Lernen und Arbeiten. Neben einer gut ausgestatteten Lehrwerkstatt mit verschiedenen Werkzeugmaschinen stehen allen Auszubildenden moderne Arbeitsmittel wie Tablets zur Verfügung. Auf einer intern eingerichteten Website können sie damit durch interaktive Bedienungsanleitungen, E-Learnings, Lehrgangsunterlagen, Video-Tutorials und technische Zeichnungen navigieren. Durch Scannen der QR-Codes, die auf allen Maschinen, Geräten und Behältern in der Werkberufsschule angebracht sind, können die Auszubildenden Sicherheitsunterweisungen und weitere Informationen zur Bedienung und Handhabung direkt auf ihr Tablet abrufen. Durch den Einsatz in verschiedenen Fachbereichen erhalten die Auszubildenden einen tiefen Einblick in die Abläufe des Unternehmens. Zusatzangebote wie Austauschfahrten, Seminare oder Auslandsaufenthalte fördern neben den fachlichen Kompetenzen auch die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen.

Der Fachkräftenachwuchs wird aus allen Schularten rekrutiert und auch Notenschwächeren bewusst Chancen gegeben. Auf Karriere-, Berufsorientierungs- und Jobmessen sowie eigenen Veranstaltungen wie dem Berufsinformationstag, Schnuppertag und Tag der offenen Tür der Berufsausbildung engagieren wir uns zusammen mit aktiver Unterstützung durch die aktuellen Auszubildenden, um weitere Menschen für die Arbeit bei Koenig & Bauer zu begeistern. Durch eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Schulen eröffnen sich bei verschiedenen schulischen Veranstaltungen wie Berufsorientierungstagen die Möglichkeit, über Ausbildungsangebote und -berufe bei Koenig & Bauer zu informieren. Neben diesen Instrumenten nutzen wir unsere Internetseite und soziale Medien für die Gewinnung von Nachwuchskräften. Hier können sich Interessierte ein Bild über den Verlauf eines Praktikums oder über die Ausbildungsinhalte und -methoden machen. Neben den verschiedenen Informationsmöglichkeiten über die Ausbildungsberufe bei Koenig & Bauer bieten wir technisch oder kaufmännisch orientierte Schülerpraktika für eine frühzeitige Berufsorientierung der Schulabgänger an. Die Praktika sind so angelegt, dass die Schüler:innen sich selbst ausprobieren und die Ausbildungsberufe im Unternehmen kennenlernen können. Einige Studierende erstellen ihre Abschlussarbeiten bzw. absolvieren zum beruflichen Einstieg Praktika oder Praxissemester bei Koenig & Bauer. Des Weiteren wird während des Studiums die Möglichkeit geboten, im Rahmen von Werkstudententätigkeiten die Arbeitswelt von Koenig & Bauer kennenzulernen.

Die Anzahl der Auszubildenden in gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen einschließlich der Praktikant:innen lag zum 31. Dezember 2024 im Konzern mit 449 deutlich über dem Vorjahreswert von 400. Entsprechend stieg die konzernweite Ausbildungsquote auf 8,0 % (2023: 7,0 %). Mechatroniker:innen, Industriemechaniker:innen und Fachinformatiker:innen sind die größten Berufsgruppen bei den Auszubildenden. Die Ausbildungszahlen beinhalten dual Studierende, die neben dem Besuch der Hochschule ihre Praxisphasen an den Konzernstandorten absolvieren. Regelmäßig belegen Auszubildende von Koenig & Bauer an den verschiedenen Konzernstandorten Spitzenplätze in den IHK-Abschlussprüfungen. Sie sind ein guter Indikator für die anerkannt hohe Qualität der konzernweiten Ausbildungsstätten. Von den zahlreichen Auszubildenden, die 2024 ihre Ausbildung mit der Note 1 abgeschlossen haben, wurden ein Mechatroniker als IHK-Landesbester in Sachsen und eine Industriekauffrau als IHK-Kammerbeste im Regierungsbezirk Dresden ausgezeichnet. Gleich fünf Auszubildende erhielten jeweils den Ehrenpreis „Bester Auszubildender der sächsischen Metall- und Elektroindustrie“ in den Kategorien „Industrieller Elektroberuf“ bzw. „Industrieller Metallberuf“, der vom Arbeitgeberverband Sachsenmetall gemeinsam mit der Johann-Andreas-Schubert-Stiftung verliehen wird. Das Radebeuler Werk stand damit im Berichtsjahr bereits zum 24. Mal auf der Liste der mit dieser Anerkennung geehrten Ausbildungsbetriebe – so oft wie kein anderes Mitgliedsunternehmen. Bei erfolgreichem Ausbildungsabschluss ergeben sich für die angehenden Fachkräfte gute berufliche Perspektiven.

Systematische Personalentwicklung

Die Koenig & Bauer Academy (im Folgenden Academy) als Provider der konzernweiten People Development Aktivitäten ist zwei Jahre nach ihrer Gründung im Konzern fest etabliert. Die Konzernstrategie und die daraus abgeleiteten Leitplanken für die Personal- und Kompetenzentwicklung bilden die Richtschnur des Programms der global ausgerichteten Academy. Auf dem Koenig & Bauer-Messestand auf der drupa 2024 hat die Academy das umfangreiche Schulungsangebot mit den neuesten Weiterbildungsangeboten und der Learning & Development-Strategie den weltweiten Besuchern präsentiert.

Entsprechend der Konzernziele liegen die Schwerpunkte der Academy insbesondere in den Bereichen systematisches Talentmanagement, zielgruppenspezifische Personalentwicklungsprogramme, Upskilling und Reskilling sowie in der individuellen persönlichen Weiterentwicklung. Zunehmend rückt die Organisationsentwicklung im Sinne von Change- und Transformationsbegleitung in den Fokus der Academy-Angebote. Im vielfältigen Angebot spiegelt sich unsere Lernkultur und unser Bestreben, die Gleichbehandlung unserer Mitarbeitenden sicherzustellen, Diversität zu fördern und unterstützende Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen.

Unsere Mitarbeitenden in allen konsolidierten Konzernunternehmen inklusive der weltweiten Vertriebs- und Servicegesellschaften können das Angebot der Academy nutzen. Von technisch/produktbezogenen über digitale Kompetenzen bis hin zu überfachlichen Soft Skills sowie Führungs- und Managementkompetenzen finden Interessierte fundierte Beratung und relevante Lern- und Entwicklungsangebote. Über unsere Learning-Management-Plattform Koenig & Bauer Online Campus (im Folgenden Campus) ist das Academy-Angebot zugänglich. Alle Training-Management-Services werden über dieses System administriert, zu denen insbesondere die Zuweisung von Lernelementen, die Steuerung von Entwicklungsprogrammen und der Rollout von Personalentwicklungsinstrumenten wie jährliches Mitarbeiterjahresgespräch, Coaching und Mentoring zählen. Für die User bestehen transparente Prozesse bei der Nutzung von Personalentwicklungsinstrumenten sowie allen fakultativen und obligatorischen Qualifizierungselementen. 

Unser Ansatz einer praxisorientierten Personalentwicklung zeigt sich insbesondere an unseren zielgruppenspezifischen mehrteiligen Programmen, die regelmäßig und teilweise mit externen Trainer:innen und einer externen Zertifizierung durchgeführt werden. Für Sales-Mitarbeitende wurde im Berichtsjahr das Customer Value Selling Programm mit Zertifizierung zum Trusted Advisor neu implementiert, an dem weltweit rund 300 Vertriebsexpert:innen im Vorfeld der Fachmesse drupa teilnahmen. Ein darauf aufbauendes Sales-Programm für Vertriebsmitarbeitende ist derzeit in Entwicklung. Mit dem Programm STEP (Special Technical Experts Program) wird perspektivisch ein dem JUMP-Programm (Junior Management Program) gleichwertiges Angebot für die Zielgruppe der technischen Expert:innen aufgebaut. Die Vortragsreihe Campus of Experts wird durch Koenig & Bauer-Expert:innen verschiedenster Bereiche gestaltet. Im Berichtsjahr nutzten 400 Mitarbeitende konzernweit die breiten Vortragsangebote.

Durch die weltweite Kollaboration im Academy-Netzwerk wird sichergestellt, dass Expert:innen aller Fachrichtungen das Portfolio der Academy mitgestalten, weiterentwickeln und den Beschäftigten neues und wichtiges Know-how bereitstellen. Alle Mitarbeitenden haben über ein persönliches Profil Zugang zum Online-Katalog, in dem sie die zur Verfügung stehenden Schulungen einsehen können. Neben klassischen Präsenzschulungen umfasst das Fort- und Weiterbildungsangebot Live-Online-Trainings sowie eine stetig wachsende Bibliothek an E-Learning-Formaten. Per Newsletter, Academy-Magazin, einer eigenen Website sowie in Veranstaltungen, Schulungen und in persönlichen Gesprächen wird das umfangreiche Academy-Angebot kommuniziert.

Die verpflichtenden Schulungen wie z. B. zu Compliance und Exportkontrolle werden den Mitarbeitenden direkt auf ihren individuellen Lernplan am Campus zugewiesen, um die Belegung sicherzustellen. Freiwillige Maßnahmen kann jeder Mitarbeitende aus dem Online-Katalog beantragen, die von den Führungskräften direkt im System freigegeben werden können. Für jeden Mitarbeitenden dokumentiert das System die Bildungshistorie und erinnert an fällige Trainings. Zusätzlich erfolgt eine Information an die Führungskräfte, die Mitarbeitenden zu Qualifizierungsmaßnahmen anzumelden. Neben 2.400 Präsenzschulungen (2023: 2.300) fanden einschließlich der 520 Selbstlern-Onlinekurse im Berichtsjahr 28.320 E-Learnings statt (2023: 20.700). Compliance-Trainings fallen bei den E-Learnings mit 9.870 Online-Schulungen (2023: 7.750) stark ins Gewicht. Dazu kommt noch eine Vielzahl an technischen und sonstigen Aus- und Weiterbildungen sowie Fachschulungen wie Gabelstapler-Führerscheine, Ersthelfer-Kurse etc. Zusätzlich unterstützen wir die berufsbegleitende Weiterbildung unserer Beschäftigten zu Technikern, Fach- und Betriebswirten und stellen sie auf Wunsch auch für Meisterausbildungen frei.

Schritt für Schritt haben wir ein systematisches Talentmanagement implementiert, um die Nachbesetzung von Managementfunktionen aus den eigenen Reihen zu ermöglichen. Motivation der Mitarbeitenden durch entsprechende Perspektiven, Mitarbeiterbindung und nicht zuletzt die Stärkung der Arbeitgeberattraktivität sind hier die wesentlichen Triebfedern. Zentrales Element des Talentmanagements sind Entwicklungs-Assessments und Kalibrierungen, bei denen Führungs- und Nachwuchskräfte ein differenziertes Potenzialanalyse-Verfahren durchlaufen. In einer anschließenden internen Kalibrierung werden diese Ergebnisse um die Einschätzung der direkten Führungskräfte und des Managements ergänzt sowie individuelle Entwicklungspläne mit Weiterbildungsmaßnahmen erstellt. Aus diesem Kreis an Nachwuchstalenten werden in regelmäßigen Abstimmungsrunden je Business Unit mit Vorständen und Geschäftsführern Vakanzen nachbesetzt.

Am JUMP-Programm für Nachwuchsführungskräfte haben im Berichtsjahr zwölf Mitarbeitende teilgenommen. Die Anzahl der Teilnehmenden am Special Leadership-Programm für die mittlere Führungsebene lag 2024 bei 22. Weiterführende Führungskräfteschulungen zu Themen wie Suchtprävention, Arbeitsrecht, Arbeitsmedizin und betriebliches Eingliederungsmanagement wurden von insgesamt 160 Führungskräften besucht. Die Förderung von weiblichem Nachwuchs für die Übernahme von Führungsverantwortung und Leitungsaufgaben ist uns ein großes Anliegen und wird weiter intensiviert, unter anderem durch Mentoring und Coaching. Für neue Mitarbeitende gibt es zum Einstieg den digitalen Onboarding-Prozess, der die Orientierung und das Ankommen im Unternehmen erleichtern sowie die Unternehmenskultur erlebbar machen soll. Im Berichtsjahr nahmen rund 100 neue Mitarbeitende am Onboarding inklusive einer Werkbesichtigung teil und knüpften hier erste Netzwerkkontakte.

Mit der Academy und dem Campus sind im Konzern die Rahmenbedingungen und Instrumente zur betrieblichen Personalentwicklung und Qualifizierung implementiert und werden zunehmend genutzt sowie permanent weiterentwickelt. Insgesamt leisten alle dargestellten Personalentwicklungs-Maßnahmen und -Initiativen einer globalen Führungs- und Lernkultur Vorschub, die wiederum einen entscheidenden Erfolgsfaktor der Transformation darstellt.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz verfügen die Produktionswerke in Würzburg, Radebeul und Dobruška über die Zertifizierung nach DIN ISO 45001:2018. Verschiedene Maßnahmen zielen auf weitere Verbesserungen bei der Arbeitssicherheit und Ergonomie ab. Durch regelmäßige Kontrollen und Beratungen werden die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften überwacht und Empfehlungen zur Optimierung der Arbeitsabläufe gegeben. Erkrankungen und etwaige Unfälle lassen sich durch die Vermeidung von nicht ergonomischen Bewegungsabläufen und schwerem Heben minimieren. Die Gefährdungsbeurteilungen werden regelmäßig aktualisiert. Regelmäßige Unterweisungen und Schulungen sollen das Bewusstsein der Beschäftigten für eventuell auftretende Gefahren schärfen. 

9,6 Unfälle pro eine Million Arbeitsstunden (Vorjahr: 10,5) ereigneten sich im Berichtsjahr an den Arbeitsplätzen im Konzern mit einer Ausfallzeit der Stammbelegschaft von einem Tag und mehr. In den Vorjahresberichten wurde die Unfallhäufigkeitsrate nur bezogen auf die großen Werksstandorte Radebeul und Würzburg dargestellt. Zur Reduzierung der Arbeitsunfälle gegenüber dem Vorjahr haben auf Basis von umfassenden Analysen vielfältige Präventionsmaßnahmen und Schulungen beigetragen. Dabei ermöglicht das monatliche Reporting der Unfallhäufigkeitsrate nach Bereichen und Abteilungen ein zielgerichtetes Eingreifen. Unfallschwerpunkte werden mit monatlichen Sonderaktionen adressiert und kommuniziert.

Die betriebliche Gesundheitsförderung und -vorsorge sowie ein umfassendes Gesundheitsmanagement haben bei Koenig & Bauer ebenfalls eine hohe Priorität. Die verschiedenen Programme werden vom Personalmanagement und von der als eigenständigen Körperschaft des öffentlichen Rechts geführten Koenig & Bauer Betriebskrankenkasse (Koenig & Bauer BKK) gesteuert und durchgeführt. Das Personalmanagement bei verschiedenen Business Units bietet im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements Mitarbeitenden, die jeweils im zurückliegenden Jahr länger als 30 Tage krankgeschrieben waren, über einen persönlichen Brief ein vertrauliches Gespräch an, um mögliche Maßnahmen zur Überwindung bzw. Vorbeugung der Arbeitsunfähigkeit und zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz zu besprechen. Am Standort Radebeul wurde unter dem Motto „Gemeinsam Gesundheit fördern“ ein Gesundheitsteam etabliert. Handlungsschwerpunkte sind die Ergonomie am Arbeitsplatz, die Prävention der Muskel-Skelett-Erkrankungen und das Regenerationsmanagement. Im Berichtsjahr hat das Gesundheitsteam das Angebot um Wanderungen erweitert.

Zusätzlich zu den vielfältigen Aktivitäten und Angeboten mit Gesundheitskursen und Impfangeboten sind Beratungen und Trainings ein weiterer Schwerpunkt, mit denen Gesundheitskompetenzen vermittelt und die Mitarbeitenden zu einem gesundheitsbewussten und ergonomischen Arbeiten und Stressprävention angeleitet werden. Unterstützung gibt es auch durch Suchtbeauftragte bei allen Fragen rund um das Thema Suchtmittel und Alkoholgenuss. Für die Auszubildenden fanden wieder die Kurse mit einem auf sie zugeschnittenen Gesundheitsförderungsprogramm zur Sensibilisierung zum Thema Lärmschwerhörigkeit, Suchtprävention und zur Vorbeugung von Muskel-/Skeletterkrankungen statt. Zur Stärkung der psychischen Gesundheit der Auszubildenden und Lehrkräfte gibt es zudem das analog-digitale Angebot You!Mind der Koenig & Bauer BKK. Eine besondere Art der präventiven Gesundheitsförderung mit individuellen Programmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden sind die Aktivwochen in ausgewählten Kurorten. Hörtests, Venenscreenings mit Auswertung und Beratung vor Ort sowie Resilienz-Webseminare zählen zu den weiteren Angeboten. Unabhängig vom Wohnort erhalten Beschäftigte mit psychischen Erkrankungen über das Programm BKK ProPsych innerhalb von 14 Tagen eine qualifizierte Erstdiagnostik. Sollte sich in der Erstdiagnostik die medizinische Notwendigkeit ergeben, erhalten die Beschäftigten innerhalb von weiteren 14 Tagen eine psychotherapeutische Behandlung. Im Rahmen dieses Programmes wird auch eine spezielle Verhaltenstherapie zur nachhaltigen Gewichtsreduktion bei Adipositas angeboten. Zusätzlich wurde im Berichtsjahr ein Workshop zum Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeiter:innen für Führungskräfte bei der Produktionsgesellschaft Industrial angeboten. Das an den Standorten Würzburg und Radebeul laufende Programms „BGM-innovativ“ zielt auf eine koordinierte Versorgung gefährdeter und erkrankter Beschäftigter mit Muskel- und Skeletterkrankungen ab, um Krankheit und deren Chronifizierung zu vermeiden, Krankheitsdauer und Fehlzeiten zu verkürzen und die Beschäftigungsfähigkeit dauerhaft zu erhalten. Neben verschiedenen Sportangeboten wie funktionales Training, Ganzkörpertraining mit CrossFit und High Intensity Interval Trainings gehören Yoga-Kurse zum Programm der Koenig & Bauer BKK, die hybrid mit Präsenz im Werk und online durchgeführt werden. Bei der Koenig & Bauer BKK versicherte Kinder von Mitarbeitenden erhalten Zuschüsse für Schwimmkurse. Regelmäßige Aufklärung über die Wichtigkeit der Vorsorge bei den häufigsten Krebsarten wie Haut-, Darm- und Lungenkrebs erfolgt über spezielle Projekte. Neben Webinaren und Aufkleber-Aktionen werden Lungen- und Hautscreenings angeboten. Flyer wurden am bundesweiten Tag der Zahngesundheit verteilt zusammen mit einem Give-away. Mit der Unterstützung von Betriebssportfesten, der Beteiligung von Mitarbeitenden an Firmenläufen und von anderen Teamevents werden die Gesundheit gefördert und der Teamgeist gestärkt.

Sozialbelange

Gesellschaftliche Verantwortung hat für Koenig & Bauer einen hohen Stellenwert und eine lange Tradition. Noch vor einer staatlichen Sozialgesetzgebung gab es bereits 1855 den Vorläufer unserer unternehmenseigenen Betriebskrankenkasse. Die 1873 gegründete Invaliden-, Witwen- und Waisenkasse besteht heute noch. Aktuell fördern wir im Rahmen unseres gesellschaftlichen Engagements soziale und kulturelle Projekten neben verschiedenen Initiativen zur Erhaltung und Schonung der Umwelt. 

Gesellschaftliches Engagement von Koenig & Bauer und
seinen Beschäftigten

Bei Koenig & Bauer beinhaltet das soziale und kulturelle Engagement Sponsoring- und Spenden-Aktivitäten. Die Konzernrichtlinie zu Sponsoring und Spenden regelt das Grundverständnis des Unternehmens bei diesen Themen und beinhaltet die Festschreibung eines gruppenweit durchgängigen Prozesses inklusive der Definition von Freigaberegelungen. 

Neben der jährlichen Unterstützung des Afrika Festivals in Würzburg als Hauptsponsor stellt Koenig & Bauer finanzielle Mittel für soziale Projekte Verfügung. Bei der Tochtergesellschaft Koenig & Bauer MetalPrint gibt es eine jährliche Spendenaktion mit Tombola von Mitarbeitenden für ein Kinder- und Jugendhospiz in Stuttgart mit Verdoppelung des Spendenbetrags durch das Unternehmen. Neben diesem gesellschaftlichen Engagement stehen Projekte im Fokus, mit denen der Klimaschutz und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen vorangetrieben werden sollen. Der von Koenig & Bauer gesponserte Branchenpreis des Druck & Medien Awards für das umweltorientierte Unternehmen des Jahres würdigt das Öko-Engagement von Druckbetrieben. Mit dem von Koenig & Bauer eigens ins Leben gerufenen Green Dot Award werden internationale Führungspersönlichkeiten aus der weltweiten Druckindustrie ausgezeichnet, die mit besonderen Ideen und Engagement innovative Beiträge zum nachhaltigen Drucken umgesetzt haben. Als Preisgeld erhält der Green Dot-Gewinner 10.000 € und weitere 10.000 €, die für ein Nachhaltigkeitsprojekt seiner Wahl gespendet werden. Nach der ersten Vergabe im Jahr 2022 erfolgte auf der Fachmesse drupa in Düsseldorf im Mai 2024 die nächste Green Dot Award-Verleihung. Der COO der Hung Hing Printing Group in Hongkong Richard Lim war der Preisträger 2024. Im Rahmen ihrer „Decarbonization Journey“ setzt die Hung Hing Printing Group als einer der führenden Anbieter von Drucklösungen in Asien auf Eigenstromerzeugung aus PV-Anlagen, Elektrifizierung, nachhaltige Substrate und effizientes Abfallmanagement.

Mit ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten bei den Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern, als ehrenamtliche Richter an den Arbeits- und Sozialgerichten, in Blaulichtorganisationen wie Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie in Stadt- und Gemeinderäten leisten Mitarbeitende und Führungskräfte einen gesellschaftlichen Beitrag. Fallbezogen werden Mitarbeitende für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten von Koenig & Bauer freigestellt. Neben der in der Branche überdurchschnittlichen Ausbildungsquote zeigt sich unser gesellschaftliches Engagement auch darin, dass im Berichtsjahr erste Maßnahmen eingeleitet wurden, um Trainings der Koenig & Bauer Academy auch externen Unternehmen zugänglich zu machen. Dies soll langfristig dazu beitragen, die Aktivitäten der Academy über die Konzerngrenzen auszuweiten und die Kooperation mit externen Partnern weiter auszubauen. Im Würzburger Werk gibt es bestandsabhängig einen Werksverkauf an die Mitarbeitenden mit einem breiten Angebot an gebrauchten Schränken, Schreibtischen, diversen Metallteilen bis hin zu Monitoren. Neben der Schonung von Ressourcen und Umwelt durch die private Weiternutzung der Gegenstände unterstützen die Mitarbeitenden mit einer Spende die Witwen- und Waisenkasse des Unternehmens.

Aktivitäten gegen Rassismus und Diskriminierung

Als global agierender Druckmaschinenhersteller sieht sich Koenig & Bauer seit jeher der Weltoffenheit und Toleranz verpflichtet. Zu unserer Stammbelegschaft gehören Personen, die aus politischen oder religiösen Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Einige haben ihre Berufsausbildung bei Koenig & Bauer absolviert, andere sind direkt in den Beruf gestartet. An unserem Standort Radebeul unterstützen wir den Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“, um mit konkreten Maßnahmen die Integration von Zuzug und Zuwanderung in die Wirtschaft zu begleiten und zu fördern.

Hohe Produktqualität für mehr Arbeits- und Prozesssicherheit im Druckbetrieb

Die Qualität der Produkte und Dienstleistungen hat für Koenig & Bauer einen hohen Stellenwert. Entsprechend zielt das Qualitätsmanagement-System auf die nachhaltige Sicherung hoher Qualitätsstandards bei der Herstellung und Montage der maßgeschneiderten, innovativen und komplexen Produkte ab. Die Qualitätsmanagement-Systeme an den Produktionswerken in Radebeul, Würzburg und Dobruška, bei der Business Unit Sheetfed in Radebeul, bei der Business Unit Security an den drei Standorten Würzburg, Lausanne und Mödling sowie bei der Business Unit Coding in Veitshöchheim sind nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Bei der Produktentwicklung stehen Arbeits- und Prozesssicherheit, Zuverlässigkeit und Bedienerfreundlichkeit im Fokus.
Bekenntnis zu den Menschenrechten 

Integres Verhalten bei unseren geschäftlichen Aktivitäten in unserer Rolle als Arbeitgeber und als Anbieter sowie Bezieher von Produkten und Dienstleistungen sowie die Achtung der Menschenrechte sind Bestandteile unserer Unternehmenspolitik. Bereits 2011 erfolgte eine Zusammenfassung dieser Grundsätze in einem konzernweit verbindlichen Kodex geschäftlichen Verhaltens (Code of Conduct). Eine Leitlinie unserer Unternehmenspolitik ist das Rahmenwerk für Unternehmenstätigkeit und Menschenrechte der Vereinten Nationen („Protect, Respect and Remedy“ – Schützen, Achten, Rechtsschutz gewähren). 

Von den Lieferant:innen erwartet Koenig & Bauer, dass sie neben allen geltenden Gesetzen und Vorschriften sowie internationalen und branchenüblichen Standards auch die Unternehmensgrundsätze von Koenig & Bauer einhalten. Mit der Aufnahme der Menschenrechtsgrundsätze in die Koenig & Bauer-Rahmenverträge und Einkaufsbedingungen sowie mit der konsequenten Berücksichtigung bei den geschäftlichen Aktivitäten werden die Geschäftspartner dazu angehalten, die Menschenrechte gleichermaßen anzuerkennen und zu achten. Die Lieferanten sichern mit der Unterzeichnung der Einkaufsbedingungen insbesondere zu, dass sie keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit einsetzen und jegliche Form von Diskriminierung vermeiden. Die Einkaufsbedingungen fordern weiter ein, dass die externen Geschäftspartner die Arbeitnehmerrechte respektieren und die Arbeitsgesetze einhalten. Der zusätzlich zu den Einkaufsbedingungen geforderte Verhaltenskodex für Lieferanten detailliert die in den Vertragsdokumenten dargestellten Anforderungen. Der Code of Conduct für Lieferanten umfasst die Einhaltung von gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Qualitäts- und Sicherheitsstandards sowie von Umweltanforderungen insbesondere beim Einsatz und bei der Verarbeitung von Gefahrenstoffen. Im Berichtsjahr haben wir unseren Kodex Geschäftlichen Verhaltens für Lieferanten überarbeitet und betonen darin stärker, dass sich unsere Lieferant:innen ebenso wie Koenig & Bauer zu einer nachhaltigeren Wirtschaft bekennen, Beteiligte zum Vorbringen von Hinweisen auf eventuelle Regelverstöße ermutigen und Hinweisgeber:innen vor Benachteiligungen schützen.

Durch den Code of Conduct werden die Lieferant:innen zudem verpflichtet, auf Verlangen Auskunft zur Einhaltung der Grundsätze bei den Themen Menschenrechte, Kinderarbeit, Mindestlohn, geschäftliche Integrität, Sicherheit, Gesundheit und Nachhaltigkeit zu geben sowie Audits zur Überprüfung zuzulassen. Um die Einhaltung der geforderten Grundsätze initial und fortlaufend bei unseren Lieferant:innen zu überprüfen, haben wir verschiedene Prozesse eingerichtet. Bei der Neuzulassung oder Wiederaufnahme der Lieferbeziehung ist ein Lieferantenqualifizierungsprozess zu durchlaufen. Neue Lieferanten müssen im Rahmen des Anlageprozesses zwingend den Kodex Geschäftlichen Verhaltens unterzeichnen oder eine anderweitige vertragliche Vereinbarung mit Koenig & Bauer treffen. Die initiale Überprüfung potenzieller Lieferanten bei deren Auswahl beinhaltet mindestens ein Self-Assessment durch die Lieferant:innen mittels eines Fragebogens, im Rahmen dessen sie auch Auskunft über die Einhaltung menschen- und umweltrechtlicher Standards in ihren Unternehmen geben müssen. Basierend auf den Ergebnissen des Self-Assessments und einer internen Risikoeinschätzung werden weitere Maßnahmen eingeleitet. Diese können das Anfordern von Zertifikaten, Nachweisen zur Vermeidung menschen- oder umweltrechtlicher Risiken oder Prüfungshandlungen wie ein Vor-Ort-Audit sein. Im Rahmen der fortlaufenden Überprüfung der Zusammenarbeit in Form von Lieferantenaudits erfolgt eine Auswahl aus dem Kreis der bestehenden Lieferant:innen.

Die Aspekte des Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz – LkSG) sind im überarbeiten Code of Conduct berücksichtigt. Aspekte wie fairer Wettbewerb durch Verhinderung von Korruption, Betrug und Kartellen; Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz; Umweltschutz sowie Gleichbehandlung und Anti-Diskriminierung sind enthalten. Mittels Richtlinien, Prozessen, Kontrollen, Trainings, Standard-Verträgen sowie anderen Überwachungsmaßnahmen achten wir auf die Einhaltung dieser Grundsätze. Das schwerpunktmäßige Sourcing aus dem DACH-Raum unterstützt diese Ziele.

Auf Basis der gesetzlichen Verpflichtungen aus dem LkSG haben wir ein Modell zur Analyse und Begegnung von entsprechenden Risiken entwickelt und in einer Zentralanweisung dokumentiert. Die Grundsatzerklärung zur Umsetzung der LkSG-Anforderungen ist auf der Unternehmens-Website im Bereich Compliance veröffentlicht. Jährlich führen wir ein Risiko-Assessment nach einem festgelegten Prozess durch. Der für den gesamten Einkauf im Konzern verantwortliche, bei der Holdinggesellschaft angesiedelte Zentraleinkauf wertet die Datenstämme aller Lieferant:innen aus und listet in einem ersten Schritt alle Länder auf, aus denen in den letzten 24 Monaten konzernweit Waren oder Dienstleistungen über einem Schwellenwert von 5.000 € unmittelbar bezogen wurden. Für jedes unmittelbare Lieferland wird durch die Compliance-Abteilung ein Risikowert auf Basis von zwölf öffentlich zugänglichen und von NGOs herausgegebenen Indizes ermittelt. Für eine systematische Skalierung des länderspezifischen Risikopotenzials wird in Bezug auf die zu schützenden Rechtsgüter jedem Land für jedes der zwölf Indizes ein Risikowert zwischen eins und drei zugeordnet. Der Risikowert eins bedeutet ein niedriges, zwei ein mittleres und drei ein hohes Länderrisiko. Sofern für ein Land kein indexspezifischer Wert vorhanden ist, wurde der Risikowert drei der weiteren Berechnung zugrunde gelegt. Nach Ermittlung aller zwölf indexspezifischen Länderrisiken wird für jedes unmittelbare Lieferland ein Risikowert abgeleitet. Dieser gibt darüber Aufschluss, in welchem Ausmaß menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken innerhalb der Lieferkette auf Länderebene auftreten können. 

Nach Ermittlung aller länderspezifischen Risikowerte wird ein globaler durchschnittlicher Risikowert berechnet. Dieser jährlich neu ermittelte Wert ist die Basis für die weitere Risikoanalyse auf Lieferantenebene. Alle Lieferant:innen aus Ländern, deren Risikoindex bis zu 25 % oberhalb des globalen Durchschnittswertes liegen, werden einer gesonderten Prüfung unterzogen. In einer Sitzung der aus Zentraleinkauf, Corporate Responsibility, Compliance, Qualitätsmanagement und dem Menschenrechtsbeauftragten bestehenden Kommission erfolgt nach einer Ergebnisanalyse und Verabschiedung des Risiko-Assessments die Festlegung der zu überprüfenden Lieferant:innen aus den kritischen Ländern sowie eines Aktionsplans mit Prüfreihenfolge und Terminvorgaben für Lieferant:innen mit hohen Risiken. In den weiteren Sitzungen der Prüfkommission werden die Fortschrittsberichte mit den Auswertungsergebnissen und durchgeführten Maßnahmen besprochen. Grundsätzlich kann der Aktionsplan zur Risikominimierung in Abhängigkeit von den festgestellten Risiken ein qualifiziertes Self-Assessment mit international anerkannten Nachweisen bzw. Zertifikaten, ein Vor-Ort-Audit oder ein unplanmäßiges Audit im Falle einer Verdachtsmeldung beinhalten. Weiter wird von der Prüfkommission festgelegt, bis zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Maßnahmen bei den mit Risiken eingestuften Lieferant:innen überprüft werden müssen. Die Maßnahmen zur Reduzierung oder Beseitigung festgestellter Risiken können die weitergehende Sensibilisierung und Verpflichtung der Lieferant:innen auf Menschenrechte und Umwelt, eine engmaschigere Überwachung der Lieferant:innen, die Vereinbarung konkreter Maßnahmenpläne zur Risikoreduzierung mit den Lieferant:innen und in Fällen einer fortwährenden Gefährdung der Schutzgüter die Reduzierung oder Einstellung der Beauftragung der Lieferant:innen sein. Die Umsetzung von definierten Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit werden durch den Menschenrechtsbeauftragten überwacht.

In die Risikoanalyse fließen auch Hinweise von Mitarbeitenden und Dritten ein über potenzielle Verstöße, Gefahren oder Missstände insbesondere nicht Code-of-Conduct- bzw. gesetzeskonformes Verhalten von Geschäftspartner:innen im Hinblick auf Menschenrechte und Umweltschutzvorgaben, die über das installierte Whistleblower-System auch anonym mitgeteilt werden können. Aufgrund eines 2023 schriftlich eingegangenen Hinweises wurde eine anlassbezogene Risikoanalyse nach § 5 Abs. 4 S. 1 LkSG mit einer Befragungsaktion und anderen Prüfschritten durchgeführt, wobei sich der Verdacht einer potenziellen Verletzung von Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten nicht bestätigt hat. 

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Korruption und nicht ausreichende Maßnahmen zu deren Bekämpfung entziehen den betroffenen Volkswirtschaften jährlich Milliardenbeträge und haben erhebliche und weitgehende Folgen auf Staaten, Bürger sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Zivilgesellschaften. In internationalen Studien wurde nachgewiesen, dass die Auswirkung fortlaufender Korruption nicht nur zu geringerem Wohlstand führt, sondern zudem erhebliche negative Auswirkungen auf das Maß der Beachtung von Menschenrechten und den Schutz der Umwelt hat. Korrupte Gesellschaften weisen in der Regel ein geringeres Niveau im Hinblick auf Teilhabe- und Arbeitnehmerrechten, den Zugang zu Versorgungseinrichtungen und -systemen, Gleichberechtigung, den gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Arbeit und gleichem Lohn sowie diskriminierungsfreier Lebensgestaltung auf. Zudem werden häufig erforderliche Maßnahmen oder international anerkannte Standards bzw. Vereinbarungen zum Schutz der Umwelt, der Ressourcen oder der Artenvielfalt durch Korruption umgangen. Die Bekämpfung von Korruption ist dabei anerkannterweise eine Gemeinschaftsaufgabe aller Stakeholder, insbesondere der Politik, der internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft, aber insbesondere auch aller Wirtschaftsteilnehmer und damit der Unternehmen.

Wegen der dargestellten Auswirkung von Korruption auf die Menschenrechte und die Umwelt stellt die nachhaltige Bekämpfung und Vermeidung von Korruption einen immanenten Teil der Unternehmensstrategie von Koenig & Bauer dar. Wir messen der verantwortungsbewussten, nachhaltigen und langfristigen Wertschöpfung eine hohe Priorität bei. Integrität und Rechtstreue im Geschäftsverkehr sehen wir als unabdingbar an und verfolgen diesbezüglich eine Nulltoleranz-Doktrin. Der für alle Tochtergesellschaften geltende Code of Conduct von Koenig & Bauer stellt aus diesem Grund explizit klar, dass eine Abwägung zwischen dem kommerziellen Unternehmensinteresse und den Legalitätspflichten des Unternehmens nicht stattfindet und auf einen Auftrag sowie das Erreichen interner Ziele verzichtet wird, bevor wir gegen Gesetze und Vorschriften verstoßen.

Compliance-Managementsystem (CMS) – Steuerung und Überwachung

Mit dem konzernweit etablierten Compliance-Managementsystem (CMS) haben wir die Rahmenbedingungen geschaffen, dass die Geschäftspraktiken diesen hohen Compliance- und Integritätsstandards gerecht werden. Seit 2023 sind weitere deutsche Tochterunternehmen von Koenig & Bauer nach ISO 37001 (Anti-Korruptionsmanagement) zertifiziert, die Koenig & Bauer Banknote Solutions SA (Lausanne, Schweiz) kam 2024 als erste ausländische Gesellschaft hinzu. Die Inhalte und Aktivitäten der Compliance-Organisation sowie interne Prozesse und Kontrollen werden kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt, um relevanten Organisationsänderungen oder einer geänderten Rechtslage zu begegnen. Mit dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird zu Beginn des Jahres ein Compliance-Plan verabschiedet, um die Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung des CMS zu überwachen. Der Compliance-Plan definiert zu diesem Zweck auch messbare Ziele (KPIs) des CMS. Aktuell sind folgende KPIs definiert:

  • Quote absolvierter Compliance-Schulungen im Koenig & Bauer Campus
  • Quote Compliance-Einführung für neue Mitarbeitende im Rahmen der Welcome Days
  • Anzahl durchgeführter Compliance-Reviews bei Koenig & Bauer-Tochtergesellschaften
  • Prozentuale Abdeckung der Akzeptanz der Geschäftsgrundsätze von Koenig & Bauer durch relevante Lieferant:innen
  • Quote unterzeichneter Compliance-Declarations durch relevante Mitarbeitende

Über die Anpassung oder die Aufnahme weiterer KPIs wird jeweils im Rahmen der jährlichen Compliance-Planung entschieden. 

Das CMS ist sowohl auf die Prävention von Verstößen gegen Gesetze und Standards als auch gegen interne Vorgaben ausgelegt. Eine regelmäßig durchgeführte Compliance-Risikoanalyse bildet die Grundlage für die Organisation und Prozesse. Für besondere Risikofelder wie z. B. Korruptionsprävention und Geldwäsche werden zur Vertiefung dieser Risikoanalyse spezielle, detailliertere Stakeholder- und Risikoanalysen durchgeführt. Bestandteil der Risikobetrachtung ist neben dem Monitoring von Gesetzesänderungen und publizierten Compliance-Risiken auch der kontinuierliche Austausch mit den Verantwortlichen für die in der Konzernrichtlinie Corporate Compliance als wesentlich definierten Sachgebieten, Prozessen und Kontrollen der Koenig & Bauer-Konzernunternehmen. Zu diesem Zweck wurde ein Compliance-Team eingerichtet, welches sich aus Vertretern der Bereiche Informationstechnik, Personal, Buchhaltung, Steuern, Datenschutz sowie den lokalen Compliance-Verantwortlichen zusammensetzt. Zusätzlich wird seit 2021 durch alle Tochtergesellschaften als Teil der fest definierten Agenda der jeweiligen Tagungen der Aufsichtsgremien (z. B. Boards, Shareholder Assemblies, Supervisory Boards, Verwaltungsräte) ein standardisierter Bericht zur Compliance-Situation abgegeben.

 Richtlinien und Prozesse

Basierend auf den Ergebnissen der Risikoanalyse wurden Richtlinien erstellt sowie die notwendigen Prozesse zur Sicherstellung regelkonformen und integren Verhaltens bei geschäftlichen Aktivitäten etabliert. Durch die kontinuierliche Anpassung der internen Vorgaben wird den festgestellten Änderungen der Risikolage oder Anforderungen begegnet. Der konzernweit ausgerollte Code of Conduct, die Regelungen zur Compliance-Organisation und die relevanten Konzernrichtlinien sind für alle Mitarbeitende in jeweils aktuellem Stand im Richtlinien-Portal im Koenig & Bauer-Intranet zugänglich. 

Zertifizierungen

Dem Themenkreis Bekämpfung von Korruption und Bestechung messen wir in unserem CMS einen besonders hohen Stellenwert bei. Aus diesem Grund wurden die Koenig & Bauer AG sowie alle relevanten deutschen Tochterunternehmen nach ISO 37001 (Anti-Korruptionsmanagement) zertifiziert. Als relevant wurden Gesellschaften definiert, die Vertriebs-, Service- und Beschaffungsaktivitäten haben, nicht jedoch Gesellschaften, die reine Produktions- oder Administrativtätigkeiten erfüllen z. B. Holdings oder Management-GmbHs. Zusätzlich zu der im Berichtsjahr verlängerten Akkreditierung bei der Banknote Ethics Initiative (BnEI) wurde die in der Schweiz ansässige Koenig & Bauer Banknote Solutions SA nach ISO 37001 (Anti-Korruptionsmanagement) zertifiziert. Auch in der fortlaufenden Erweiterung der Zertifizierungen spiegelt sich das eindeutige Bekenntnis von Koenig & Bauer zur Förderung eines fairen Wettbewerbs wider.

Trainings

Die definierten Compliance- und Integritätsstandards können nur dann ihre Wirkung voll entfalten, wenn sie bei den Mitarbeitenden bekannt sind und eingehalten werden. Zu diesem Zweck stehen derzeit konzernweit zehn Online-Trainings zu den auf Basis der Risikoanalyse als wichtig festgestellten Compliance-Themen und dem Code of Conduct zur Verfügung. Bei Bedarf, wie zuletzt 2023, werden die Trainings inhaltlich überarbeitet und neu strukturiert, um einerseits der aktuellen Rechtslage und Unternehmensorganisation zu entsprechen, andererseits um den bisher erreichten Wissensstand der Mitarbeitenden nach Durchlaufen der ersten Trainingszyklen einzubeziehen. Die Trainings werden in mehreren Sprachen angeboten und sind verbindlich von jedem neuen Mitarbeitenden zu absolvieren. Das auf SAP SuccessFactors basierende Schulungs-Managementsystem Koenig & Bauer Campus stellt automatisiert sicher, dass Trainings innerhalb der nach den Risikokriterien der konkreten Position des Mitarbeitenden bestimmten Zyklen durchgeführt werden. Die Einhaltung dieser Vorgabe wird durch regelmäßige Erinnerungen und Eskalationsprozesse überwacht. Nach der erstmaligen Zuweisung von Online-Trainings über den Koenig & Bauer Campus Ende 2017 absolvierten insgesamt über 6.000 Mitarbeitende von Koenig & Bauer Compliance-Trainings mit direktem Bezug zur Bekämpfung von Korruption. Im für 2024 ausgerollten Trainingszyklus lag die Teilnahmequote für Trainings zum Anti-Korruptionsmanagement bei fast 74 %. Die Quote der Mitarbeitenden, die bei Koenig & Bauer zur Korruptionsprävention geschult wurden, erhöhte sich damit auf fast 94 %. Der Koenig & Bauer Campus ist mittlerweile in allen 50 relevanten Tochtergesellschaften ausgerollt, so dass nahezu alle Beschäftigte in Europa, Asien, Nord- und Südamerika mit Compliance-Trainings über den Koenig & Bauer Campus adressiert werden. Als nicht relevante Gesellschaften wurden solche definiert, die keine eigenständige, operative Geschäftstätigkeit aufweisen oder sich ausschließlich aus Personal zusammensetzen, das auch parallele Anstellungsverhältnisse in einbezogenen Gesellschaften hat, z. B. in Holdings oder Management-GmbHs. Zusätzlich werden bei speziellem Bedarf, im Rahmen der Onboarding-Veranstaltungen für neue Mitarbeitende und im Rahmen von Vor-Ort-Besuchen der Compliance Officer bei Tochterunternehmen Präsenztrainings durchgeführt.

Überwachung und Hinweisgebersystem


Die präentiven Maßnahmen des CMS werden ergänzt durch Maßnahmen zur regelmäßigen Überprüfung der Effektivität und zur Ableitung von möglichen Verbesserungspotenzialen. Insbesondere werden neben der Nachverfolgung der vereinbarten KPIs für das CMS periodisch zu diesem Zweck interne und auch externe Compliance-Assessments in der Koenig & Bauer AG und den Tochtergesellschaften durchgeführt. Neben den im ISO 37001-Scope enthaltenen Gesellschaften betraf dies die Koenig & Bauer-Gesellschaften in China (Business Unit Coding) sowie Mexiko und Argentinien (Business Unit Banknote Solutions). 

Das seit 2017 etablierte, interne Whistleblower-System wurde 2022 durch eine internetbasierte Plattform ersetzt, die weiterhin anonyme Meldungen von potenziellen Compliance-Verstößen durch Mitarbeitende, aber zusätzlich zum ursprünglichen System auch von Dritten ermöglicht. Das Whistleblowing-System beinhaltet auch das Case-Management und sichert dadurch die vollständige Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen zur Nachverfolgung der empfangenen Hinweise. Zudem enthält es einen sog. Rückkanal zu dem Hinweisgeber mit einer Benachrichtigung über den Eingang, den Stand und das Ergebnis des Verfahrens. Zusätzlich ermöglicht das System auch dann Rückfragen bezüglich weitergehender Informationen oder Nachweise, wenn der Hinweisgeber anonym bleiben möchte. Basierend auf der Konzernrichtlinie wird allen Hinweisen konsequent nachgegangen und soweit erforderlich werden disziplinarische oder rechtliche Schritte eingeleitet. Die Plattform sowie die Prozesse zur internen Ermittlung der Hinweise wurden sowohl 2023 als auch 2024 erweitert, um dem deutschen Hinweisgeberschutzgesetz und auch den in den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten ergangenen Umsetzungsgesetzen zur EU-Hinweisgeberschutzrichtlinie (RL (EU) 2019/1937) vollumfänglich zu entsprechen. Eine Kommunikation des Meldekanals erfolgt durch Schulungen, Intranet, Aushängen als auch auf der Compliance-Internetseite von Koenig & Bauer. Die in Deutschland beim Bundeskartellamt geschaffene externe Meldestelle wurde in die Kommunikation an die Mitarbeitenden einbezogen. Mehrere im Jahr 2024 erhaltene Hinweise aus verschiedenen Tochtergesellschaften belegen, dass die Plattform bekannt und akzeptiert ist. Die konsequente Nachverfolgung gilt im gleichen Maße für Meldungen seitens der Medien oder Behörden zu potenziellen Rechtsverstößen von Koenig & Bauer-Gesellschaften. In solchen Fällen wird auf eine Zusammenarbeit zur Aufklärung der Umstände hingewirkt. Eventuellen Mitteilungs- oder Mitwirkungspflichten kommt Koenig & Bauer nach.

Collective Actions und Engagement zur Korruptionsbekämpfung

Koenig & Bauer engagiert sich auch über die eigene Geschäftstätigkeit hinaus für die Bekämpfung von Korruption und die Weiterentwicklung von Compliance. Die Banknote Ethics Initiative (BnEI) etablierte seit ihrer Gründung 2013 einen klaren Kodex zur Vermeidung und Bekämpfung von Korruption und Kartellverstößen im Bereich des Banknotendrucks und -handels. Die entwickelten Prinzipien sind dabei nicht nur unter den Mitgliedern der BnEI anerkannt, sondern werden von einem wesentlichen Teil der Zentralbanken und Banknotendruckereien weltweit geteilt. Als Gründungsmitglied der BnEI hat sich die Koenig & Bauer Banknote Solutions diesen Verhaltens- und Transparenzregeln unterworfen, deren Einhaltung im Rahmen der alle drei Jahre zu erneuernden Akkreditierung auf Grundlage eines durch die BnEI entwickelten Audit-Programms überprüft wird. Das Akkreditierungsaudit fand turnusgemäß Ende 2023 statt und eine erneute Akkreditierung erfolgte im Februar 2024.

Mit dem 2017 gegründeten KBA-NotaSys Integrity Fund finanzierte Koenig & Bauer internationale Projekte zur Weiterentwicklung von Compliance-Prozessen und -kultur. Der Fund förderte insgesamt 45 Projekte von Universitäten, Verbänden und Instituten in Europa, Südamerika und Afrika, u.a. von Transparency International, das Deutsche Institut für Compliance (DICO), das Deutsche Institut für Effizienzprüfung (DIEP) und diverse schweizerische und deutsche Hochschulen. Insgesamt wurde eine Fördersumme von 5 Mio. € allokiert. Zum 31. Dezember 2022 wurde der Integrity Fund formal geschlossen. Bereits vergebene Projekte liefen jedoch noch bis zur vertraglich vereinbarten Frist bis 2024 weiter. Die jeweils durch den Fund teilfinanzierte Integrity Europe-Konferenz fand nach 2023 ihre Fortsetzung im November 2024. Die Konferenz etabliert ein in der Schweiz bis 2023 noch nicht existierendes Format, das einen fachübergreifenden Austausch von internationalen Vertretern von Lehre, Wirtschaft, anwaltschaftlicher Praxis und Behörden ermöglicht. 

Weitere Details des Compliance-Managementsystems werden auf der Internetseite von Koenig & Bauer unter Compliance beschrieben.

Die permanente Analyse von möglichen Compliance-Risiken ist eine entscheidende Voraussetzung, um auch in Zukunft den im Kodex Geschäftlichen Verhaltens und den Konzernrichtlinien definierten Maßstäben an ein regelkonformes und integres Geschäftsverhalten gerecht werden zu können. Die 2024 in den einzelnen Geschäftsbereichen durchgeführten Analysen, Assessments sowie die Erkenntnisse aus den intern durchgeführten Ermittlungen zeigten keine neuen Compliance-Risiken. Relevante Prozesse und Kontrollen wurden angepasst und erweitert, um erkannten Schwachstellen und Umgehungsmöglichkeiten sowie den geänderten gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Es bestehen keine Gründe, davon auszugehen, dass das CMS von Koenig & Bauer in seiner aktuellen Ausprägung nicht der Risikosituation des Konzerns angemessen und wirksam ist.

Angaben zur EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomieverordnung ist ein wesentlicher Bestandteil des Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Allokation der Kapitalströme in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Zur Erreichung des EU-Ziels der Klimaneutralität bis 2050 ist das Regelwerk zur EU-Taxonomie als Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten ein bedeutender Schritt. Dabei stehen die sechs Umweltziele Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme im Fokus.

Die nachfolgenden Angaben basieren auf der Taxonomieverordnung (EU) 2020/852. Weiter haben wir den delegierten Rechtsakt zu den ersten beiden Umweltzielen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel (delegierte Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission zu den technischen Bewertungskriterien gemäß Artikel 10 und 11 der Taxonomieverordnung, im Folgenden: Klimarechtsakt), den delegierten Rechtsakt zu den Berichtspflichten gemäß Artikel 8 der Taxonomieverordnung (delegierte Verordnung (EU) 2021/2178 der Kommission) und den sog. Mindestschutz gemäß Artikel 18 der Taxonomieverordnung berücksichtigt. Weitere Grundlagen unserer Ausführungen sind die Ergänzungen durch die Delegierten Verordnungen (EU) 2023/2486 und (EU) 2023/2485 der Kommission u. a. im Hinblick auf die Aufnahme der vier nicht-klimabezogenen Umweltziele in die Berichtspflichten und neuer Wirtschaftstätigkeiten in den Klimarechtsakt. Für die Umweltziele 3-6 sowie für neu aufgenommene Tätigkeiten zum Klimarechtsakt war im Vorjahr 2023 entsprechend der Anpassungen zum delegierten Rechtsakt zu Artikel 8 der Taxonomieverordnung eine sogenannte Phase-in-Phase möglich und lediglich Angabepflichten zur Taxonomiefähigkeit erforderlich. Allerdings konnten keine taxonomiefähigen Umsätze, CapEx und OpEx zu den Umweltzielen 3-6 und zu den in den Klimarechtsakt neu aufgenommenen Tätigkeiten berichtet werden. Weiter wurde bei der Berichtspflicht die Delegierte Verordnung (EU) 2022/1214 der Kommission zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 in Bezug auf Wirtschaftstätigkeiten in bestimmten Energiesektoren und der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 in Bezug auf besondere Offenlegungspflichten für diese Wirtschaftstätigkeiten berücksichtigt. Koenig & Bauer übt keine Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang mit Kernenergie und fossilem Gas aus, welche in den Annexen der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1214 der Kommission vom 9. März 2022 aufgeführt sind. Am Ende des Abschnitts „Angaben zur EU-Taxonomie“ wird die erste Tabelle der im Annex III abgebildeten Meldebögen für das Berichtsjahr 2024 dargestellt.

Wie in den Vorjahren haben wir im Hinblick auf das erste Umweltziel Klimaschutz (Climate Change Mitigation CCM) die Wirtschaftsaktivitäten der Kategorien 3.6. „Herstellung anderer CO2-armer Technologien“, 7.3 „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“ und 7.6 „Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien“ bezüglich ihrer potenziellen Taxonomiefähigkeit überprüft und entsprechende Beiträge ermittelt. Sowohl bezogen auf das zweite Umweltziel der Anpassung an den Klimawandel als auch hinsichtlich der vier nicht-klimabezogenen Umweltziele (Schutz der Wasser- und Meeresressourcen, Stärkung der Kreislaufwirtschaft, Verringerung der Umweltverschmutzung und Schutz der biologischen Vielfalt) konnten im Rahmen der durchgeführten Analysen keine potenziell taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten mit einem wesentlichen Beitrag zu diesen fünf Umweltzielen ermittelt werden. Auch im Hinblick auf die Wirtschaftstätigkeit „1.2. Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten“ beim EU-Umweltziel Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft gab es im Berichtsjahr keine relevanten Investitionsausgaben. Im Rahmen der Berichtspflichten werden im Weiteren bezogen auf das Umweltziel Klimaschutz die Anteile der taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen sowie der taxonomiekonformen und nicht taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten im Geschäftsjahr 2024 am Gesamtumsatz und an den Investitions- und Betriebsausgaben in Relation zu den Konzernaktivitäten offengelegt. Die Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben konnten durch die erfolgte Analyse eindeutig einer taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit zugeordnet werden. Um Doppelzählungen zu vermeiden, erfolgte die Zuordnung zu einer taxonomiefähigen Tätigkeit nur, wenn die Wirtschaftstätigkeit nicht bereits unter einer anderen Aktivität berücksichtigt wurde.

Taxonomiefähige Umsatzerlöse

Der taxonomiefähige Anteil am Konzernumsatz ist definiert als der Teil des Nettoumsatzes des Geschäftsjahres 2024, der aus Produkten im Zusammenhang mit taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten stammt (Zähler), geteilt durch den konsolidierten Nettoumsatz 2024 (Nenner). Unser konsolidierter Nettoumsatz von 1.274,4 Mio. € wird im Konzernabschluss auf der Seite 65 des Geschäftsberichts 2024 in der Zeile Umsatzerlöse dargestellt. Weitere Einzelheiten zu unseren Rechnungslegungsgrundsätzen für unseren Konzernumsatz finden Sie auf den Seiten 80 f. unseres Geschäftsberichts 2024.

Auf Basis der Klassifizierung unserer Wirtschaftsaktivitäten nach den NACE Codes 28.29 und 28.99 haben wir uns bei der Ableitung taxonomiefähiger Umsätze an den Anforderungen der Kategorie CCM 3.6. „Herstellung anderer CO2-armer Technologien“ orientiert. Im Hinblick auf das Umweltziel Klimaschutz haben wir Umsätze mit Produkten bzw. Produktgruppen als taxonomiefähig eingeordnet, wenn die Maschinen und Anlagen aufgrund der im Einsatz befindlichen Technologie auch auf eine erhebliche Verringerung der CO2-Emissionen bei unseren Kund:innen in der Druck- und Weiterverarbeitungsbranche abzielen und diese nicht bereits unter die Abschnitte 3.1. bis 3.5 des Anhangs I des Klimarechtsakts fallen. Unter Umweltbelange im Kapitel „Ökologische Drucktechnik“ stellen wir die entwickelten Technologien bzw. Maschinen zur Senkung des CO2-Ausstoßes in der Druckproduktion ausführlich dar. Dazu zählen bei den Bogenoffsetmaschinen die VariDryBlue-Trocknung, bei den Metalldruckmaschinen der HighEcon- und EcoTNV-Trockner sowie bei den Banknotendruckmaschinen die PowerSave-Einheit, LED-Technologie für die Aushärtung der Farben in der Druckmaschine und die gezielte Anpassung der Chablongröße. Die in den Accounting-Abteilungen des Konzerns bzw. der jeweiligen Business Units produkt- bzw. produktgruppenspezifisch ermittelten Umsatzerlöse haben wir anschließend für alle als taxonomiefähig eingestuften Produkte bzw. Produktgruppen kumuliert. Mit der Maschinentechnologie für den Banknotendruck, mit den mit VariDryBlue-Trocknungstechnologie ausgestatteten Bogenoffsetmaschinen sowie mit der TNV-Technologie ausgelieferte Metalldruckanlagen und -komponenten wurde im Geschäftsjahr 2024 ein Umsatz von 460,8 Mio. € (2023: 365,3 Mio. €) erzielt.

Taxonomiekonforme Umsatzerlöse

Für die Identifizierung möglicher taxonomiekonformer Umsätze haben wir die als taxonomiefähig eingestuften Technologien bzw. die entsprechenden Produkte und Produktgruppen dahingehend analysiert, ob sie im Vergleich zu der am Markt verfügbaren leistungsfähigsten Referenztechnologie zu einer wesentlichen Einsparung von Treibhausgasemissionen während der Produktnutzung über den gesamten Lebenszyklus der Maschine beitragen. Dabei haben wir uns konsequent an den entsprechenden EU-Regularien zur Kategorie CCM 3.6. „Herstellung anderer CO2-armer Technologien“ mit Fokus auf die Einsparung von Treibhausgasemissionen in den Anwenderindustrien orientiert und international anerkannte Standards zur Berechnung angewandt. Die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen für die jeweils am Markt verfügbare leistungsfähigste alternative Technologie konnten nicht berechnet werden, da wir für die Wettbewerbsmaschinen keine validen Nachweise bzw. öffentlich verfügbare Energieverbrauchswerte erbringen konnten. Im Jahr 2022 konnte bei den Banknotendruckmaschinen auf im Internet veröffentlichte Tenderausschreibungen mit Energiewerten zurückgegriffen werden, die von dem in der Maschinenklasse einzigen Wettbewerber bestätigt wurden. Die Inhalte der Tenderausschreibungen hängen von den Kundenanforderungen ab und unterscheiden sich bei den Banknotendruckmaschinen durch die von Jahr zu Jahr stark wechselnden Auftraggeber. In der Folge konnten im Berichtszeitraum keine taxonomiekonformen Umsatzerlöse der Kategorie CCM 3.6. „Herstellung anderer CO2-armer Technologien“ ausgewiesen werden.

Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024
Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024

Taxonomiefähige Investitionsausgaben

Zur Ableitung des taxonomiefähigen Anteils an den Investitionsausgaben werden die vom Konzern-Accounting nach IFRS ermittelten Investitionen als Wert im Nenner angesetzt. Dieser Investitionsbetrag ist überleitbar aus der Spalte Zugänge im Konzernanlagespiegel auf der Seite 84 des Geschäftsberichts 2024. Darin enthalten sind die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten während des Geschäftsjahres vor Abschreibungen und Neubewertungen, einschließlich solcher, die sich aus Neubewertungen und Wertminderungen für das Geschäftsjahr 2024 und ohne Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ergeben. Neben den Zugängen zum Anlagevermögen (IAS 16) und zu den immateriellen Vermögenswerten (IAS 38) sind auch die Zugänge zu den Nutzungsrechten an Vermögenswerten (IFRS 16) enthalten, ebenso die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, die aus Unternehmenszusammenschlüssen resultieren. 

Der erste Teilwert des Zählers zur Ableitung des taxonomiefähigen Anteils an den Investitionsausgaben beinhaltet die Investition in einen energieeffizienten Gießerei-Schmelzbetrieb (Klimaschutz-Wirtschaftsaktivität CCM 7.3 „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“) am Standort Würzburg und für Maßnahmen zur Energiereduktion bzw. Erhöhung der Energieeffizienz in den Werksgebäuden. Unter die Klimaschutz-Wirtschaftsaktivität CCM 7.6 „Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien“ fallen die Investitionen für Photovoltaikanlagen. Die unter die Kategorien CCM 7.3 und CCM 7.6 fallenden Investitionen werden als taxonomiefähige Investitionsausgaben gemäß Abschnitt 1.1.2.2. (c) des Anhangs I der Delegierten Verordnung (EU) 2021 /2178 der Kommission zu den Berichtspflichten gemäß Artikel 8 der Taxonomieverordnung inklusive der Änderung durch die Delegierte Verordnung (EU) 2023/2486 der Kommission klassifiziert. Da der restliche um Investitionen in produktionsunabhängige Bereiche (sogenannte „Corporate Investments“) bereinigte Teil der gesamten Investitionen für taxonomiefähige bzw. nicht taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten an den Konzernstandorten z. B. für neue Bearbeitungszentren in der Produktion anfällt, erfolgt zur Ermittlung des taxonomiefähigen Anteils dieser Investitionsausgaben eine Schlüsselung dieser Differenz nach dem prozentualen Anteil der taxonomiefähigen Umsätze am gesamten Produktportfolio. Die sich hieraus ergebenden taxonomiefähigen, der Wirtschaftsaktivität CCM 3.6 zugeordneten Investitionsausgaben werden der Kategorie a zugerechnet. Als Wert im Zähler zur Berechnung des taxonomiefähigen Anteils an den Investitionsausgaben wird die Summe aus den entsprechend ermittelten taxonomiefähigen Investitionsausgaben der Kategorien a und c angesetzt, nachdem in diesem Berichtszeitraum keine taxonomiefähigen Investitionsausgaben in der Kategorie b angefallen sind. 

Unter die Kategorie b fallen Investitionsausgaben, die Teil eines CapEx-Plans zur Ausweitung taxonomiefähiger Wirtschaftsaktivitäten sind oder taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten in die Lage versetzen, taxonomiekonform zu werden. Während der Kategorie a Investitionsausgaben für Vermögenswerte oder Prozesse zugeordnet werden, die sich auf taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten beziehen, beinhaltet die Kategorie c Investitionsausgaben, die sich auf den Erwerb von Produktion aus taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten und Einzelmaßnahmen beziehen, die es den Zieltätigkeiten ermöglichen, kohlenstoffarm zu werden oder zu Treibhausgasminderungen zu führen. Die entsprechende Kategorisierung gilt analog für die Ausführungen zu den Betriebsausgaben in den nachfolgenden Abschnitten.

Taxonomiekonforme Investitionsausgaben

Taxonomiekonforme Investitionsausgaben in den Kategorien CCM 7.3 und CCM 7.6 konnten im Berichtszeitraum nicht ausgewiesen werden, da für die einzelnen taxonomiefähigen Investitionsausgaben von den Lieferant:innen bzw. Geschäftspartner:innen keine Nachweise für die Erfüllung der DNSH-Kriterien und für die Einhaltung des Mindestschutzes vorlagen. Nachdem bezogen auf die Kategorie 3.6 „Herstellung anderer CO₂-armer Technologien“ keine taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten vorliegen, konnte in der Folge kein umsatzbezogener Allokationsschlüssel zur Ableitung von taxonomiekonformen Investitionsausgaben nach der Kategorie CCM 3.6 zur Anwendung kommen.

OpEx-Anteil von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024

OpEx-Anteil von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024
Tätigkeiten in den Bereichen Kernenergie und fossiles Gas