Koenig & Bauer AG (Erläuterungen auf Basis HGB)

Der Jahresabschluss der Koenig & Bauer AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt.

Die Koenig & Bauer AG betreibt als Holding-Gesellschaft keine operativen Geschäfte, sondern erbringt zentrale und strategische Funktionen für den Konzern. Zu den Zentralfunktionen für die Koenig & Bauer-Gruppe zählen Compliance/Revision, Controlling, Corporate Development, Innovationsförderung, Investor Relations, Corporate Responsibility, Accounting, Einkauf, Informationstechnik (IT), Konzernrechnungswesen, Patent- und Lizenzwesen, Personal, Recht und Versicherungen, Steuern, zentrales Marketing/Corporate Communications. Weiter stellt die Koenig & Bauer AG IT-Hardware und das Rechenzentrum für Konzernaufgaben zur Verfügung und vergibt Lizenz- und Markenrechte an Tochtergesellschaften. 

Mit der Neuaufstellung des Koenig & Bauer Konzerns verschlankte die Koenig & Bauer AG als Holding im Laufe des Geschäftsjahres 2025 ihren Aufgabenumfang und verlagerte mehr operative Aufgaben in die beiden Segmente. Neben den strategischen Konzernaufgaben liegt der Schwerpunkt der Holding seitdem weiterhin in den Bereichen der Shared Services für alle Konzerntöchter, unter anderem für Informationstechnik (IT), Human Resources (HR), Investor Relations (IR), Kommunikation, Zentraleinkauf und Financial Services. Die Anzahl der Mitarbeiter:innen am Abschlussstichtag, dem 31. Dezember 2025, ohne Auszubildende, betrug 442 (Vj.: 477).

Neben den an die Konzerngesellschaften verrechneten Dienstleistungen und den Entgelten für die Nutzung der Lizenz- und Markenrechte hängt die wirtschaftliche Entwicklung der Koenig & Bauer AG von den Dividendenausschüttungen bzw. Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften und damit von deren Geschäftsverläufen ab. Die direkten und indirekten Beteiligungen der Koenig & Bauer AG werden in einer Übersicht im Anhang dargestellt.

Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

Die in den Kapiteln des Wirtschaftsberichts beschriebenen Entwicklungen beeinflussen im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit der Koenig & Bauer AG und ihrer Tochtergesellschaften. Die Geschäftsentwicklung der Koenig & Bauer AG wird maßgeblich durch ihre Tochtergesellschaften beeinflusst und unterliegt demzufolge mittel- oder unmittelbar den gleichen Risiken und Chancen wie der Koenig & Bauer-Konzern. Zu den Risiken bei der Koenig & Bauer AG zählt das Risiko einer Wertminderung von Beteiligungen an Tochterunternehmen sowie Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen. Die Werthaltigkeitstests für die Anteile an Tochterunternehmen basieren grundsätzlich auf einem Discounted-Cashflow-Modell, deren Ergebnis von der Entwicklung und dem Erfolg der Tochtergesellschaften und deren Beteiligungen beeinflusst wird. Daher können nachteilige Einflüsse auf Tochtergesellschaften oder indirekte Beteiligungen zu einer Wertminderung von Beteiligungen und Forderungen im Jahresabschluss der Koenig & Bauer AG führen. Wertminderungen würden den Jahresüberschuss reduzieren, der an die Eigentümer ausgeschüttet werden kann. Da die Beteiligungen an Tochtergesellschaften und Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen einen signifikanten Anteil der Bilanzsumme darstellen, ist dieses Risiko von hoher Bedeutung. Schwankungen im Beteiligungsergebnis sowie Wertminderungen von Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen haben eine entsprechend starke Wirkung auf den Jahresüberschuss der Koenig & Bauer AG. Aufgrund dieser Wechselbeziehungen zwischen der Koenig & Bauer AG und ihren Tochtergesellschaften spiegelt der Ausblick des Koenig & Bauer-Konzerns auch die Erwartungen an die Koenig & Bauer AG wider. Daher gelten die vorstehenden Ausführungen für den Koenig & Bauer-Konzern auch für die Koenig & Bauer AG und es wurden keine eigenen bedeutsamsten Leistungsindikatoren für die Koenig & Bauer AG definiert.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse reduzierten sich im Berichtsjahr um 22,3 Mio. € auf 110,2 Mio. € (Vj.: 132,5 Mio. €) und resultieren im Wesentlichen aus den Verrechnungen der von der Koenig & Bauer AG für die operativen Konzerngesellschaften erbrachten Shared-Service-Dienstleistungen und aus den Entgelten für die Nutzung der Lizenz- und Markenrechte sowie der Grundstücke und Gebäude. Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert hauptsächlich aus Weiterbelastung von verringerten Kosten an die Konzerngesellschaften. Infolge der durch das Fokusprogramm “Spotlight” erzielten Effizienz- und Einspareffekte sank die Kostenbasis der Koenig & Bauer AG, was konsequent zu einem geringeren Volumen an fakturierten Dienstleistungen und Entgelten an die Konzerngesellschaften führte und somit zu einem niedrigeren Umsatzniveau im Vorjahresvergleich. Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen reduzierten sich ebenfalls hauptsächlich aufgrund der Effizienz- und Einspareffekte um 11,9 Mio. € auf -78,5 Mio. € (Vj.: -90,6 Mio. €). Entsprechend reduzierte sich das Bruttoergebnis um 10,4 Mio. € auf 31,7 Mio. € (Vj.: 42,1 Mio. €), was zu einer Bruttomarge von 28,8 % (Vj.: 31,8 %) führte. Die allgemeinen Verwaltungskosten wurden im Rahmen von “Spotlight” um 11,4 Mio. € auf 32,8 Mio. € (Vj.: 44,2 Mio. €) reduziert. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 3,8 Mio. € (Vj.: 6,8 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Währungseffekten und Forschungszulagen (Vorjahr: Auflösung von Rückstellungen). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 51,8 Mio. € (Vj.: 60,8 Mio. €) resultieren im Wesentlichen, wie im Vorjahr, aus Aufwendungen aus Einzelwertberichtigungen im Konzernverbund und Aufwendungen aus Währungseffekten. Per Saldo ergab sich somit ein Betriebsergebnis von -49,1 Mio. € nach -56,0 Mio. € im Vorjahr.

Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus der Vereinnahmung von Dividendenausschüttungen (2025: 9,4 Mio. €; 2024: 38,5 Mio. €), Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen (2025: 16,0 Mio. €; 2024: 5,6 Mio. €), Abschreibungen auf Finanzanlagen (2025: -10,2 Mio.€; 2024: -6,4 Mio. €) und Zuschreibungen auf Finanzanlagen (2025: 8,3 Mio. €; 2024: 7,8 Mio. €) sowie Aufwendungen aus Verlustübernahmen (2025: -8,9 Mio. €; 2024: -31,6 Mio. €) von Tochtergesellschaften zusammen. Es erhöhte sich um 0,7 Mio. € zum 31. Dezember 2025 auf 14,6 Mio. € (Vj.: 13,9 Mio. €).

Das Finanzergebnis reduzierte sich hauptsächlich aufgrund einer niedrigeren Verzinsung wie auch einer niedrigeren Inanspruchnahme der Kreditlinien. Der Zinsaufwand ist um 1,8 Mio. € auf -3,8 Mio. € (Vj.: -5,5 Mio. €) gesunken. Das Zinsergebnis verbesserte sich zum 31. Dezember 2025 auf -18,3 Mio. € (Vj.: -19,4 Mio. €). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lagen bei -0,7 Mio. € (Vj.: -0,2 Mio. €). Per Saldo ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 53,5 Mio. € (Vj.: Jahresfehlbetrag von 61,7 Mio. €). Zur Verrechnung des Jahresergebnisses wurden Gewinnrücklagen in Höhe von 61,7 Mio. € in den Bilanzverlust überführt, damit liegt der Bilanzverlust im Geschäftsjahr 2025 bei -53,5 Mio. €.

Vermögens- und Finanzlage

Zum 31. Dezember 2025 reduzierte sich die Bilanzsumme der Koenig & Bauer AG um 8,9 Mio. € auf 745,0 Mio. € gegenüber 753,9 Mio. € zum Vorjahreszeitpunkt. Das Anlagevermögen verringerte sich in Summe leicht um 1,1 Mio. € auf 540,9 Mio. € (31. Dezember 2024: 542,0 Mio. €). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus Bewertungen bei den Anteilen aus verbundenen Unternehmen. Zum Bilanzstichtag lagen die Finanzanlagen bei 415,9 Mio. € nach 416,7 Mio. € im Vorjahr. Die immateriellen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 2,7 Mio. € auf 63,8 Mio. € (31. Dezember 2024: 61,1 Mio. €). Dies ist hauptsächlich auf die Zugänge aus der Aktivierung des Projekts POINT Sheetfed zurückzuführen, welche die laufenden Abschreibungen überstiegen. Dem steht ein Rückgang bei den Sachanlagen um 3,0 Mio. € auf 61,2 Mio. € (31. Dezember 2024: 64,2 Mio. €) aufgrund planmäßiger Abschreibungen gegenüber.

Die Verringerung des Umlaufvermögens um 9,5 Mio. € auf 199,5 Mio. € (31. Dezember 2024: 209,0 Mio. €) resultierte einerseits aus dem Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 26,9 Mio. € auf 96,2 Mio. € (31. Dezember 2024: 123,1 Mio. €) und ist hauptsächlich durch Einzelwertberichtigungen geprägt. Sie beinhalten die Forderungen aus Darlehen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 15,1 Mio. € (31. Dezember 2024: 29,2 Mio. €), die Forderungen aus der Verrechnung von Zahlungsströmen in Höhe von 66,0 Mio. € (31. Dezember 2024: 86,0 Mio. €) sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistung von 18,0 Mio. € (31. Dezember 2024: 8,0 Mio. €). Gegenläufig sind die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, um 5,0 Mio. € auf 33,9 Mio. € (31. Dezember 2024: 28,9 Mio. €) angestiegen. Zudem erhöhten sich die Vorräte um 1,7 Mio. € auf 1,7 Mio. € (31. Dezember 2024: 0,03 Mio. €). Der Anstieg des Vorratsbestandes resultiert maßgeblich aus einer strategischen Versorgungssteuerung innerhalb des Konzerns. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Bevorratung von Handelswaren, die im Rahmen des internen Leistungsverkehrs im Folgejahr an Tochtergesellschaften veräußert werden. Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 2,7 Mio. € auf 6,7 Mio. € (31. Dezember 2024: 4,0 Mio. €). Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind um 8,0 Mio. € auf 60,9 Mio. € (31. Dezember 2024: 52,9 Mio. €) gestiegen.

Durch den Jahresfehlbetrag zum Geschäftsjahresende 2025 verringerte sich das Eigenkapital auf 199,7 Mio. € (31. Dezember 2024: 253,2 Mio. €). Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 26,8 % (31. Dezember 2024: 33,6 %). Die Rückstellungen sind von 103,1 Mio. € im Vorjahr auf 99,4 Mio. € leicht gesunken. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen waren mit 68,5 Mio. € (31. Dezember 2024: 73,5 Mio. €) rückläufig, während die Steuerrückstellungen auf 1,0 Mio. € (31. Dezember 2024: 0,0 Mio. €) anstiegen. Die Rückstellungen für Pensionen sind im Wesentlichen durch den Anstieg des Abzinsungssatzes zurückgegangen. Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich leicht auf 29,9 Mio. € (31. Dezember 2024: 29,6 Mio. €). In Summe erhöhten sich die Verbindlichkeiten um 48,4 Mio. € auf 445,5 Mio. € (31. Dezember 2024: 397,1 Mio. €). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die sich um 47,9 Mio. € auf 180,0 Mio. € (31. Dezember 2024: 132,1 Mio. €) erhöht haben. Zudem erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 2,5 Mio. € auf 6,4 Mio. (31. Dezember 2024: 3,9 Mio. €). Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen blieben mit 2,3 Mio. € konstant. Gegenläufig wirkte der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 2,0 Mio. € auf 253,0 Mio. € (31. Dezember 2024: 254,9 Mio. €) aufgrund von Veränderungen im Konsortialkredit und der Ein- und Auszahlungen gegenüber einem Finanzdienstleister. Zudem verringerten sich die sonstigen Verbindlichkeiten leicht von 3,8 Mio. € auf 3,7 Mio. € zum 31. Dezember 2025.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit lag bei 26,4 Mio € (Vj.: 20,8 Mio. €) und ist insbesondere auf das aktive Net Working Capital-Management zurückzuführen, bei dem Forderungen reduziert und Verbindlichkeiten, hauptsächlich gegenüber verbundener Unternehmen, aufgebaut wurden. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von -15,9 Mio. € (Vj.: -31,4 Mio. €) resultiert aus den Zugängen von immateriellen Gegenständen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -1,9 Mio. € (Vj.: 18,6 Mio. €) ist auch auf die Veränderungen im Konsortialkredit zurückzuführen.